Papstbesuch in Polen Benedikt auf den Spuren seines Vorgängers


Es ist das erste Mal, dass ein deutscher Papst Polen besucht und er wird von den Gläubigen freudig empfangen. Die Reise soll der Erinnerung seines Vorgänger Johannes Paul II. dienen, doch auch deutsche Geschichte wird Benedikt XVI. nicht meiden.

Herzlicher Empfang für Papst Benedikt XVI. in Polen: Zehntausende Menschen haben dem deutschen Papst bei seiner Ankunft am Donnerstag in Warschau zugejubelt. Der 79-jährige Kirchenführer fuhr mit seinem geschlossenen "Papamobil" vom Flughafen in die Innenstadt. Viele Gläubige schwenkten die weiß-gelbe Flagge des Vatikans und die polnische Nationalflagge. Manche Menschen am Straßenrand hielten Spruchbänder in deutscher Sprache hoch: "Herzlich willkommen in Polen!"

Bereits bei der Begrüßung auf dem Flughafen brach Beifall aus, als der Papst seine Rede auf Polnisch begann. Er sei glücklich, die Heimat seines "geliebten Vorgängers" Johannes Paul II. zu besuchen, sagte der Papst bei der Begrüßung auf dem Flughafen. "Ich bin gekommen, den Spuren seines Lebens zu folgen, von seiner Kindheit bis zur Abreise zum denkwürdigen Konklave von 1978", sagte er in polnischer Sprache unter dem Jubel Hunderter, die seit den frühen Morgenstunden auf die Ankunft des 79 Jahre alten Kirchenoberhaupts gewartet hatten. Benedikt XVI. wird am Donnerstag zunächst kirchliche Würdenträger treffen und am Nachmittag Präsident Lech Kaczynski einen Besuch abstatten.

Papst will auch Auschwitz besuchen

Es ist das erste Mal, dass ein deutscher Papst Polen besucht. Die Reise ist vor allem als Erinnerung an Joseph Ratzingers Vorgänger Johannes Paul II. gedacht. Der im April 2005 verstorbene Johannes Paul hat die katholische Kirche mehr als 25 Jahre lang geprägt und auch während des Umbruchs im ehemaligen Einzugsbereich der kommunistischen Sowjetunion geführt.

Am Freitag und Samstag will Benedikt Stationen besuchen, die für das Leben von Johannes Paul von Bedeutung waren: Dessen Geburtsort Wadowice, die Bischofsstadt Krakau und eine Reihe von religiösen Stätten, wie etwa den Wallfahrtsort Tschenstochau. Die breite Öffentlichkeit richtet das Augenmerk besonders auf den letzten Programmpunkt am Sonntag: Dann besucht der Papst das ehemalige deutsche Vernichtungslager Auschwitz.

Botschaft "der Versöhnung und des Friedens"

Dort hoffe er vor allem, "die Überlebenden des Nazi-Terrors zu treffen, die aus verschiedenen Ländern kommen, die alle unter jener tragischen Tyrannei litten", sagte Benedikt XVI. bei seiner Ankunft. "Zusammen werden wir darum beten, dass die Wunden der Vergangenheit heilen, dank der Heilung, die Gott in seiner Güte uns verschrieben hat, indem er uns aufrief, einander zu vergeben." Der polnische Staatspräsident Lech Kaczynski nannte den Besuch des Papstes in Auschwitz eine Botschaft "der Versöhnung und des Friedens".

DPA/Reuters DPA Reuters

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