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Papstreise: "Benedikt - mach uns für Jesus fit!"

Zwei Reisetermine stehen für den neuen Papst schon jetzt fest: Als erstes Land wird Benedikt XVI. Polen bereisen - und dann kommt er nach Deutschland.

Papst Benedikt XVI. hat bereits eine Einladung in die Heimat seines polnischen Vorgängers Johannes Paul II. Er habe bereits mit dem Vorsitzenden der polnischen Bischofskonferenz über die Hoffnung auf einen Besuch des Kirchenoberhaupts in Polen gesprochen, sagte Staatspräsident Aleksander Kwasniewski. "Dies wäre ein Ehrenbeweis von uns allen für Johannes Paul II. und zugleich ein symbolisches Ereignis, da ein Vertreter unseres Nachbarn, des deutschen Volkes, Oberhaupt der Kirche geworden ist." Ein Besuch des Papstes wäre ein "gutes Zeichen für Polen".

Die polnischen Bischöfe versprachen dem neuen Papst Benedikt XVI. ihre Treue und hofften in einer Stellungnahme zugleich auf einen Besuch des Kirchenführers in der Heimat seines Vorgängers. "Die Kirche in Polen war durch die Jahrhunderte immer dem Bischof von Rom treu", hieß es in dem Schreiben des Episkopates.

"Generation JP 2" freut sich

"Benedikt - mach uns für Jesus fit!", titelt schon am Mittwochmorgen die Weltjugendtags-Homepage. 114 Tage vor dem weltgrößten katholischen Jugendtreffen im August in Köln richten sich alle Augen auf den neu gewählten Papst Benedikt XVI. Das Weltjugendtreffen wird für den früheren Kardinal Joseph Ratzinger möglicherweise das erste Großereignis im neuen Amt. Benedikt XVI. wird bei seinem Deutschlandbesuch im August am Rand des Weltjugendtags auch Bundespräsident Horst Köhler und andere Politiker treffen. Das kündigte Weltjugendtags-Generalsekretär Heiner Koch in Köln an. Ob die Deutschlandreise des Papstes ein Staatsbesuch werde, sei noch offen. Der Weltjugendtag werde ein großes Portal, durch das der Papst sein Amt antrete, sagte Koch. Die direkten Gespräche mit Jugendlichen sollen einen größeren Raum einnehmen als bisher geplant.

Die Veranstalter hatten bei der Planung Rücksicht auf die Gesundheit von Papst Johannes Paul II. genommen. Er hatte die Weltjugendtage ins Leben gerufen. 800.000 junge Katholiken aus aller Welt werden in Köln erwartet. "Ich werde den Dialog mit euch weiterführen, liebe Jugendliche, Zukunft und Hoffnung der Kirche und der Menschheit", versprach er. Die Messe zum Abschluss zelebriert am 21. August Benedikt XVI. "Es wird in erster Linie ein Besuch beim Weltjugendtag, nicht ein Besuch in Deutschland", sagte Koch.

Junge WJT-Mitarbeiter zeigten sich erfreut über die Papstwahl. "Ich hatte einen Papst aus Lateinamerika erwartet", sagte die 22-jährige Christel Sonnekalb aus Venezuela, "aber ich glaube, dass Benedikt XVI. genau der Richtige ist." Er habe schon lange eng mit Johannes Paul II. zusammengearbeitet und werde dessen besondere Beziehung zur Jugend fortführen.

Für den Pontifex Maximus ist es eine besondere Bewährungsprobe. Kann er wie Johannes Paul II. der Jugend ein neuer geistiger Vater sein? Die jungen Menschen hoffen auf ihn, der vielen als erzkonservativer Hardliner gilt. Der Weltjugendtag im Sommer könnte vielleicht ein erster Schritt in die Herzen der "Generation JP 2" sein.

Mit Volldampf voraus

Dass der Papst diese Herausforderung annimmt, beweist schon die Tatsache, dass das Programm des Heiligen Vaters beim Weltjugendtag deutlich erweitert werden soll. Hatten die Planungen bisher auf die angegriffene Gesundheit von Johannes Paul II. Rücksicht genommen, so hat der neue Papst andere Ideen. "Wir sollen Volldampf fahren", sagte der Generalsekretär des Weltjugendtages Heiner Koch. Dies gelte für die geplanten Großveranstaltungen wie die Willkommensfeier für den Papst, die Nachtwache und den Abschlussgottesdienst, aber auch für zahlreiche Begegnungen mit Jugendlichen im kleineren Kreis.

AP/DPA / AP / DPA