Papstwahl Gute Quoten für den "kleinen Lombarden"


Ein irischer Buchmacher nimmt seit Jahren Wetten auf den nächsten Papst an. Ginge es nach seinen Quoten, wäre die Nachfolge schon längst entschieden.

In spätestens drei Wochen werden sich die rund 190 Kardinäle des Konklave in der Sixtinische Kapelle versammeln und solange einschließen, bis sie aus ihren Reihen einen neuen Papst gewählt haben. Welcher Name letztlich fallen wird, wenn der weiße Rauch das Ende der Wahl signalisiert, sorgt bereits jetzt für wilde Spekulationen. In Irland nimmt ein Buchmacher sogar Wetten über den Papst-Nachfolger an.

Das Wettbüro Paddy Power hat die Wettmöglichkeit bereits seit Jahren laufen. Nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. hatte er die Wetten auf mögliche Anwärter allerdings vorübergehend ausgesetzt. Doch seit heute werden alle Gebote wieder angenommen. 1500 bis 2000 seien bereits eingegangen, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Zu den Favoriten zählen Kandidaten aus Italien, Nigeria und Honduras. Das vorläufig höchste Gebot von 1000 Euro wurde auf den Italiener Dionigi Tettamanzi abgegeben. Für ihn wurden auch bislang die meisten Wetten gesetzt. Der 71-Jährige Kardinal-Erzbischof von Mailand wird bei den Buchmachern mit einer Quote von 5:2 gehandelt. Der "kleine Lombarde" gilt als konservativer Intellektueller mit vielen Freunden und wenig Feinden.

Gute Chancen für Ratzinger

Mit Wettchancen von 11:4 liegt der Nigerianer Francis Arinze bislang auf Platz zwei. Er war rund 20 Jahre Spezialist für die Beziehungen zum Islam und ist einer der mächtigsten Kirchenvertreter Afrikas. Ebenfalls gute Chancen rechnen sich viele der Wetter auf die Kandidaten Oscar Andres Rodriguez Maradiaga aus Honduras und den Deutschen Joseph Ratzinger aus. Ihre Quoten stehen bei 4:1 beziehungsweise 7:1.

Schlusslicht bei den Buchmachern war bis vor kurzem der Australier George Pell. Erst als ein australischer Radiosender seine Hörer aufforderte, auf ihren Landsmann zu setzen, schnellten seine Quoten von 150:1 auf 40:1 hoch. Nun werden dem Spanier Jose Maria Rouco Verela die schlechtesten Chancen auf die Papstnachfolge zugestanden.

Über den Nachfolger von Johannes Paul II. entscheidet ein Konklave aus 117 wahlberechtigten Kardinälen, das innerhalb von 15 bis 20 Tagen nach seinem Tod zusammentreten muss.

DPA DPA

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