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Hohe Sicherheitsstandards in Paris: Krawalle bei Demonstrationen vor Klimagipfel - 100 Festnahmen

Nach den Terroranschlägen vom 13. November herrschen zum Klimagipfel in Paris besonders hohe Sicherheitsvorkehrungen. Dagegen hat sich eine Gruppe von Demonstranten zur Wehr gesetzt - mit Gewalt.

Vermummter Demonstrant auf der Place de la Republique in Paris

Place de la République in Paris: Gewalttätiger Auftakt der Demonstrationen vor dem Klimagipfel

Bei den Kundgebungen für mehr Klimaschutz in Paris sind am Sonntag nach Polizeiangaben rund hundert Demonstranten festgenommen worden. Die Einsatzkräfte gingen gegen mehrere gewaltbereite Gruppen von Protestierenden vor, die Polizisten mit Gegenständen bewarfen, wie die Polizei mitteilte. Verletzte habe es aber nicht gegeben.

Einige Demonstranten warfen Schuhe und Flaschen sowie ein Absperrgitter in Richtung der Beamten. Die Behörden hatten nach den Anschlägen vom 13. November mit 130 Toten zwei geplante Großdemonstrationen für Sonntag sowie für den 12. Dezember aus Sicherheitsgründen verboten.

"Ausnahmezustand! Polizeistaat!"

Die Demonstranten hatten daraufhin am Sonntag zunächst statt des geplanten Marschs gegen die Erderwärmung eine Menschenkette am Boulevard Voltaire gebildet. Später wichen sie zum Place de la République im Stadtzentrum aus. Dort protestierte eine Gruppe gegen die nach den Anschlägen verhängten Demonstrations- und Versammlungsverbote mit Rufen wie "Ausnahmezustand, Polizeistaat".

In Paris beginnt an diesem Montag offiziell die Weltklimakonferenz. Zur Eröffnung werden fast 150 Staats- und Regierungschefs erwartet, unter ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und US-Präsident Barack Obama. Bereits am Abend haben die Delegationen aus 195 Ländern ihre Arbeit aufgenommen. Das Treffen begann mit einer Schweigeminute zu Ehren der 130 Todesopfer der Anschläge vom 13. November.

Gastgeber nimmt Delegierte in die Pflicht

Unterdessen hat Gastgeber Frankreich die Teilnehmer des Gipfels aufgefordert, zügig zu verhandeln, um Chaos und ein mögliches Scheitern der Konferenz zu vermeiden. "Ich verstehe, dass manche die Tendenz haben, darauf zu warten, dass der andere den ersten Schritt macht", sagte Außenminister Laurent Fabius am Sonntagabend bei einem Vorgespräch, an dem Delegationen zahlreicher Staaten teilnahmen. Es sei aber falsch, auf ein "Wunder der letzten Nacht" oder auf eine Verlängerung der bis zum 11. Dezember geplanten Konferenz zu hoffen. "Wir haben ein Schlussdatum festgelegt, und viele müssen am Abend des 11. Dezembers abreisen."

dho / AFP