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DNA-Spur Böhnhardts: Peggy und der NSU - wie passt das zusammen?

Unglaubliche Wende im mysteriösen Fall Peggy: Am Fundort des Skeletts des getöteten Mädchens wurden DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt gefunden. Was hat es auf sich mit dieser Verbindung, die alles auf den Kopf stellt?

Fall Peggy und die NSU

Die neunjährige Peggy aus dem bayerischen Lichtenberg verschwand am 7. Mai 2001 auf dem Heimweg von der Schule

Mehr als 15 Jahre haben die Ermittler nach Spuren im Fall der getöteten Peggy gesucht. Nun machen sie einen spektakulären Fund: DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt wurden am Fundort von Peggys Skelett festgestellt. Der mysteriöse Fall Peggy und die NSU - wie passt das zusammen?

Das sind die Verbindungen, die sich ziehen lassen:


  • DNA-Spuren von Uwe Böhnhardt wurden am Fundort der sterblichen Überreste von Peggy gefunden. Die Untersuchungen stehen den Ermittlern zufolge noch ganz am Anfang - ob die gefundene Spur möglicherweise in Verbindung mit dem Tod von Peggy steht, muss noch geklärt werden. Nach Informationen von "Spiegel Online" unter Berufung auf Ermittlerkreise, ist auch eine Verunreinigung der DNA-Probe theoretisch denkbar. Das Skelett von Peggy und die Leiche Böhnhardts seien im gleichen rechtsmedizinischen Institut untersucht worden.


  • In der Fluchtwohnung des Zwickauer NSU-Trios - Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe - wurde zudem ein Datenträger mit Kinderpornos gefunden. Bereits 2013 wurde deshalb gegen Beate Zschäpe wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften ermittelt. Allerdings wurde dieses Verfahren nicht weiter verfolgt, weil die Mittäterschaft an zehn Morden schwerer wiege. Mehmet Daimagüler, Opferanwalt im Prozess, sagt, es müsse nun abermals geprüft werden, wer von dem Material Kenntnis hatte. Er kündigte bereits einen neuen Beweisantrag an.


  • Im ausgebrannten Wohnmobil des Trios wurden außerdem nach Informationen des Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses Kindersachen gefunden, deren Herkunft bis heute unklar ist. Die meisten - darunter ein Paar Schuhe - seien nie auf DNA untersucht worden.


  • Auch Uwe Böhnhardts Name selbst wurde bereits in Zusammenhang mit einem anderen ungelösten Kindsmord gebracht - der nun neu geprüft wird: "Es gab einen Tod eines neunjährigen Kindes in den neunziger Jahren in Jena und da war Herr Böhnhardt und sein Name schon einmal im Visier und das müssen wir alles viel, viel gründlicher betrachten", sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow jetzt. Der Jenaer Fall ist bis heute nicht aufgeklärt. Böhnhardt war damals wegen des Kindsmordes in Jena vernommen worden, wie Ramelow vor einer Sitzung des Bundesrates sagte. Zum damaligen Zeitpunkt, 1993, war Böhnhardt 15 Jahre alt. Zudem seien verschiedene Bekannte von Böhnhardt in Prozessakten immer wieder mit Kindesmissbrauch in Verbindung gebracht worden, so auch der frühere Anführer des "Thüringer Heimatschutzes", Tino B., der wegen Missbrauchs von Jungen im Gefängnis sitzt. 2009 habe die Polizei laut eines Berichts der "Stuttgarter Zeitung" in Suhl zudem Hinweise erhalten, dass B. gemeinsam mit dem V-Mann „Küche“ des Verfassungsschutzes Thüringen einen Zuhälterring betreibe, der vor allem rumänische Jungen an Pädophile vermittelte. Das Duo solle zudem "pornografische Filme mit Kindern, welche aus Bulgarien und Rumänien kommen", produziert haben.

tim / DPA