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Peinliches Fox-Interview: Jesus-Biografie - was erlaube Moslem?

Darf ein Moslem ein Buch über Jesus schreiben? Dies war die Frage, die eine Moderatorin des US-Senders Fox einem Religionsforscher stellte. Ein zehnminütiges Gespräch - so qualvoll wie peinlich.

Von Niels Kruse

Reza Aslan, 41, wurde im Iran geboren, flüchtete mit seinen Eltern in die USA, wurde Evangelikaler Christ, konvertierte zurück zum Islam und lehrt an mehreren US-Unis Religionswissenschaften. Er schrieb diverse, teilweise erfologreiche Bücher, etwa über die Wurzeln des Islam und über das Verhältnis von Muslimen und Juden in den USA. Soweit, so gut, so akademische Normalität. Nun hat er ein Werk über das Leben von Jesus Christus verfasst. Und damit in den USA einen Sturm der Entrüstung entfacht, dessen peinlicher Höhepunkt nun live im rechten Kampfsender Fox News zu erleben war.

Da sitzt also Dr. Aslan zugeschaltet aus einem anderen Studio, und Moderatorin Lauren Green beginnt das Gespräch mit einer Frage, die wie ein Vorwurf klingt: "Sie sind Moslem. Warum haben Sie ein Buch über Jesus Christus geschrieben?" Leicht pikiert wie überrascht rattert Reza Aslan seine Biografie herunter: "Ich bin Hochschullehrer. Ich habe vier Uni-Abschlüsse, darunter einen im Neuen Testament. Ich forsche seit 20 Jahren über die Wurzeln des Christentums. Zufällig bin ich auch Moslem. Aber ich bin nicht irgendein Moslem, der über Jesus schreibt." Damit hätte er seiner Chronistenpflicht genüge getan, doch Lauren Green konnte oder wollte nicht akzeptieren, dass Reza Aslan das tut, was Akademiker eben tun: sie forschen.

"Dass ich Moslem bin, steht auf Seite zwei meines Buches"

Zehn Minuten geht das so: Die Moderatorin reitet lang und breit darauf herum, dass er als Moslem über Jesus schreibt, und der Wissenschaftler verweist lang und breit auf seine Arbeit als Religionsforscher, darauf, dass seine Mutter und seine Frau Christen seien. Darauf, dass ihn Christus ohnehin schon immer interessiert habe. Doch Frau Green reicht das nicht. Am Ende des Gesprächs sagt sie, naja, gut, okay: Aber warum halte er mit seinem Glauben so hinterm Berg? Warum mache er nicht klar, dass er Moslem sei? Antwort: "Es steht in allen Medien, die über mich berichten. Und: Es steht auf Seite zwei meines Buches!"

Für den sagenhaft unrühmlichen Versuch von Fox News, live einen möglichen Radikalinski zu enttarnen, erntet der Sender mittlerweile Hohn und Spott. Die Gerichtsreporterin der "Chicago Sun-Times", Rummana Hussain witzelte über Twitter: "Aus Versehen hilft Fox Reza Aslan dabei, Huma Abedin als denjenigen Moslem abzulösen, den die Leute am meisten umarmen wollen." Huma Abedin ist die Frau des New Yorker Bürgermeisterkandidaten Anthony Weiner, der sich mit seinem Hang zur Unterleibsfotografie gerade um Amt und Würden bringt. Auf seinem Twitteraccount verriet der Religionsforscher später, was er selbst von dem Gespräch hielt: "Es war schwierig, mir das Lachen zu verkneifen."

Jesus - ein nationalitischer Aufwiegler?

Das misslungene Interview könnte man als weiteren Beweis dafür nehmen, wie der nicht gerade muslimfreundliche Sender gegen Minderheiten hetzt. In seinem Buch "Zealot: The Life and Times of Jesus of Nazareth" stellt Aslan die Frage, was Jesus eigentlich genau getan haben muss, um von den römischen Statthaltern hingerichtet zu werden. Seine Antwort: Die Kreuzigung im alten Palästina sei nur für schwere Verbrechen gegenüber dem Staat vorgesehen gewesen. Nichts mit Nächstenliebe und so: Jesus sei ein nationalistischer Widerständler und Aufwiegler gewesen, von dem die Römer befürchten, er würde zum Aufstand und Umsturz aufrufen. Gut, mit solchen Thesen macht man sich unter gottesfürchtigen Christen sicher keine Freunde. Aber Aslan wird es verschmerzen können: Das Fox-Interview dürfte den Verkäufen seines Werkes jedenfalls nicht schaden.

Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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