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Pläne christlicher Fundamentalisten Nato-General warnt vor Koran-Verbrennungen


Fundamentalistische Christen in Florida wollen zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 den Koran verbrennen. Der Oberbefehlshaber der Nato-Truppen in Afghanistan sieht durch die Aktion nicht nur die Soldaten am Hindukusch gefährdet.

Islam kommt vom Teufel": Mit dieser Überschrift wirbt die 50 Mitglieder zählende christliche Fundamentalisten-Gruppe "Dove World Outreach Center" bei Facebook für ihre geplante Aktion am 11. September: Zum neunten Jahrestag der Anschläge in New York will die kleine Gemeinde in Florida Exemplare des Koran verbrennen.

Doch jetzt kommt eine eindringliche Warnung aus Afghanistan: Der Oberbefehlshaber der Nato-Truppen dort, David Petraeus, sieht das Leben der Soldaten am Hindukusch durch die Aktion in den USA gefährdet. Die öffentliche Verbrennung des Koran spiele der Propaganda der Taliban in die Hände und könne "schwerwiegende Probleme" hervorrufen - und das nicht nur in Afghanistan, sagte er dem "Wall Street Journal".

"Klare Botschaft an radikale Elemente"

Der Pastor der Gemeinde, Terry Jones, bezeichnete es dagegen als nötig, "den radikalen Elementen des Islam eine klare Botschaft zu schicken". Die USA dürften sich nicht länger "von ihren Drohungen kontrollieren und dominieren" lassen, sagte er dem "Wall Street Journal". Die Bedenken von Petraeus seien aber "legitim".

Der Iran warnte unterdessen vor einer "unkontrollierten" Reaktion des muslimischen Welt auf die Koran-Verbrennung. "Wir raten den westlichen Ländern, den Missbrauch der Meinungsfreiheit zu verhindern", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran. "Sonst können die Gefühle der muslimischen Nationen nicht kontrolliert werden."

11. September ist auch Ende der Fastenzeit

Der Koran ist das heilige Buch der Muslime, die verlangen, dass es mit höchstem Respekt behandelt wird. Verstöße werden als zutiefst beleidigend empfunden und haben in der Vergangenheit wiederholt gewalttätige Reaktionen ausgelöst. So starben 2005 rund 15 Menschen bei Ausschreitungen in Afghanistan, nachdem das Magazin "Newsweek" über Koranschändungen durch US-Sicherheitskräfte im US-Gefangenenlager Guantánamo Bay auf Kuba berichtetet hatte. Der Bericht war dann später zurückgezogen worden.

Der Streit über die Koran-Verbrennung findet vor dem Hintergrund einer heftigen Diskussion über den geplanten Bau eines muslimischen Zentrums nahe der Anschlagsorte in New York statt. Gegner des Projekts lehnen dies als unpassend ab. Zudem fällt der Jahrestag der Angriffe mit dem Ende von Ramadan zusammen. Amerikanische Muslime befürchten, dass ihre traditionellen Feiern zum Ende des Fastenmonats als Jubel über die Anschläge missverstanden oder aus Böswilligkeit so ausgelegt werden könnten.

fw/AFP AFP

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