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Polizei-Posse in der Schweiz Beamte fürchten Attacke von schießwütigem Rentner


Er schießt auf Polizeibeamte und ist seit fast einer Woche auf der Flucht - ein schweizer Rentner, der gegen die Versteigerung seines Hauses protestiert, hält die Polizei zum Narren. Die Beamten fürchten eine Attacke des 67-Jährigen, der inzwischen sogar ein Star auf Facebook geworden ist.

Der seit Mittwoch vergangener Woche flüchtige Rentner aus der Schweizer Stadt Biel macht den Behörden Angst. Öffentliche Gebäude in der Stadt wurden am Dienstag bewacht, da befürchtet wird, der bewaffnete Mann könnte einen Überfall planen. Er hat bereits einen Polizeibeamten schwer verletzt. Seitdem ist er auf der Flucht. Der Mann hatte sich in seinem Haus nahe dem Stadtzentrum verschanzt, weil er sich gegen eine Zwangsversteigerung wehrt. Zudem sollte der 67 Jahre alte Mathematiker psychiatrisch untersucht werden.

Die Vorsicht scheint Experten angebracht. Ende September 2001 drang ein Amokschütze in das Gebäude des Kantonsparlaments in Zug ein und tötete 14 Menschen. Auch er hatte jahrelange Auseinandersetzungen mit den Behörden.

Flugblätter zur Deeskalation

Die Polizei ließ im Raum Biel Flugblätter abwerfen, die der Mann in seinem möglichen Versteck vielleicht finden könnte. Darin ruft ihn ein Cousin auf, keine weitere Gewalt anzuwenden und bietet an, ihm helfen zu wollen. Ausgeschlossen wird nach Medienberichten aber auch nicht, dass sich der Rentner bereits umgebracht hat oder in einem selbst gebauten Bunker ausharrt. Beim Haus des Mannes wird mit entsprechendem Gerät nach solchen Bauwerken gesucht.

Der 67-jährige ist schon ein Star auf dem Internetportal Facebook. Dutzende von Anhängern raten ihm, auszuharren und loben seinen Kampf mit den Behörden. Bieler Politiker haben in diesem Zusammenhang empört darauf verwiesen, dass der Rentner ein Krimineller sei, der auf Polizisten geschossen habe.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Justiz hatte der Täter seine Auseinandersetzung mit der Polizei offenbar genau geplant. Er habe sogar die Tage bis zu seinem möglichen Tode penibel aufgelistet, erklärten die Behörden.

DPA/be DPA

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