Porsche-Betriebsrat Hück boxt für guten Zweck Wie ein wilder Stier


Er wuchs in einem Kinderheim auf, war Thaiboxer und stieg vom Autolackierer in den Porsche-Aufsichtsrat auf. Jetzt lieferte sich Uwe Hück für einen guten Zweck einen harten Fight mit Luan Krasniqi.
Von Benedikt Poelchau

Unter dem Motto "Blaue Flecke für soziale Zwecke" stieg am Samstagabend der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates und stellvertretende Aufsichtsratchef von Porsche, Uwe Hück, gegen den Ex-Europameister Luan Krasniqi in seiner Heimatstadt Ludwigsburg den Ring.

Um für seine Lernstiftung Gelder zu generieren, scheut Hück keine Mühen - und tatsächlich keine Blessuren. Der Abend bot ein Sport- und Unterhaltungsprogramm auf hohem Niveau. Es gab Livemusik, eine Feuershow, Tänzerinnen und ausgeglichene Boxkämpfe, Veranstalter Hück könnte mit jedem großen Box-Promoter auf Augenhöhe konkurrieren. Die 3400 Zuschauer waren auf jeden Fall zufrieden.

Boxprominenz wie die Ex-Weltmeister Henry Maske und Sven Ottke, Schlagersängerin Andrea Berg, Schauspieler Ralf Möller und zahlreiche Größen aus Politik und Wirtschaft tummelten sich in der Arena. Arnold Schwarzenegger und Komödiant Bülent Ceylan feuerten per Videobotschaft ihren Freund Uwe Hück auf den Leinwänden in der Halle an, und als dann noch Altrocker Udo Lindenberg in der ersten Reihe am Ring Platz nahm, schien die Stimmung in der Halle überzukochen. "Für Kinder, das finde ich super, ein bisschen Geld, ein bisschen Bildung und so ", sagte Lindenberg, der später noch vor lauter Begeisterung ein selbstgemaltes Bild zur Versteigerung bei der bis in den Morgen dauernden Afterboxparty beisteuerte.

Blut im Gesicht

Hück ist für so ein Engagement genau der Richtige: Der imposante Mann mit dem kahlen Schädel hat es vom Heimkind in den Aufsichtsrat von Porsche geschafft – das fasziniert die Leute. Und Hück weiß seine Geschichte geschickt für den guten Zweck einzusetzen. Bei seinem spektakulär gestalteten Einmarsch in den Ring bekam der 1,90 Meter und 100 Kilogramm schwere Koloss Standing Ovations.

Im Ring sah man - logischerweise - den Klassenunterschied zwischen dem 51-Jährigen früheren Thai-Box-Europameister und dem Boxer Krasniqi deutlich. Hück bemühte sich, immer wieder attackierte er mit wilden Angriffen den locker tänzelnden Krasnqi. In Runde drei rann sogar ein bisschen Blut über Hücks Gesicht. Doch er zeigte, wie man durchhält. Einen Hück haut niemand so schnell um. Klar.

Das ist seine Botschaft und so verkündete er heiser nach acht Runden übers Mikrofon: "Die, die was geworden sind, müssen der Gesellschaft etwas zurück geben. Ich bitte alle Menschen in Deutschland, die ein bisschen mehr Geld haben, gebt bisschen was ab. Die Politik kann das nicht mehr machen, wir müssen das selbst tun. Kinder sind unsere Zukunft und Jugendliche brauchen Bildung."

Nächstes Jahr gibt es die Revanche

Mit Blessuren im Gesicht hatte Hück aber noch mehr zu sagen – besser gesagt zu schreien, denn der Mann ist auch bei einer Charity-Veranstaltung höchst energetisch: "Ich habe nicht vergessen, wo ich herkomme. Ich schlafe nicht im Schloss, sondern im Zelt mit meinen Jungs." Das Publikum, das bis zu 590 Euro für eine VIP-Karte bezahlt hatte, feierte ihn für solche Sätze mit tosendem Applaus.

Den extra für dieses Event geschaffenen Titel des "Charity Weltmeister" gewann übrigens Luan Krasniqi, dessen souveränes, lockeres Auftreten im Ring Hück überhaupt die Runden überstehen ließ. Der Abend war also für Hück ein schmerzhafter, aber erfolgreicher Abend. Natürlich verkündete er am Ende, dass der den "Rivalen" im nächsten wieder herausfordert.


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