Preisverleihung Ein "längst überfälliges" Denkmal


In welcher Form sollen die Deutschen der Einheit gedenken? 55 Studenten haben sich über den Wettbewerb "Ein Denkmal für Freiheit und Einheit" Gedanken darüber gemacht. stern.de zeigt die Entwürfe der Sieger.

Das geplante Denkmal für Freiheit und Einheit in Berlin nimmt konkrete Formen an. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hat die besten Entwürfe aus ihrem Wettbewerb "Ein Denkmal für Freiheit und Einheit" vorgestellt. Rainer Eppelmann, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, kürte am 5. November in Anwesenheit von Bundestagspräsident Norbert Lammert und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee die Preisträger. Den 1. Preis mit einer Dotierung von 3000 Euro gewann die 25-jährige Kommunikationsdesign-Studentin Bernadette Boebel von der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe.

Den Anstoß zu einem Denkmal für Freiheit und Einheit gab im vergangenen Jahr die Deutsche Gesellschaft - ein gemeinnütziger überparteilicher Verein. Damit sollen die friedliche Revolution in der DDR und die deutsche Einheit gewürdigt werden. "Die Ereignisse von 1989/1990 haben einen dauernden Platz im nationalen Gedächtnis verdient. Das Denkmal soll Rückblick, aber auch Anstoß sein, den demokratischen Aufbruch fortzusetzen, Demokratie und Einheit zu festigen. Es soll zugleich die freiheitlichen Bewegungen und Einheitsbestrebungen der vergangenen Jahrhunderte in Erinnerung rufen", heißt es im Aufruf der Deutschen Gesellschaft dazu.

"Die deutsche Hauptstadt braucht so ein Denkmal"

Ein Denkmal für Freiheit und Einheit in Berlin ist nach den Worten von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) "längst überfällig". Es gebe so viele Mahnmale in Berlin, die an die zwei Diktaturen in Deutschland erinnerten, dass ihm nicht einleuchte, "warum wir nicht in ähnlich demonstrativer Weise an unsere Freiheits- und Einheitsgeschichte erinnern", sagte Lammert während der Preisverleihung in der Berliner Nikolaikirche. "Berlin verträgt nicht nur, die deutsche Hauptstadt braucht so ein Denkmal", betonte Lammert. Es sollte ein "symbolischer Treffpunkt unserer Demokratie" werden. Der Bundestag wird an diesem Freitag - dem 18. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer - in erster Lesung über einen Antrag der großen Koalition für ein Einheitsdenkmal beraten.

DPA DPA

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