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Pressespiegel Erzbischof Marx wird Kardinal "Ein Glücksfall für die Seinen"


24 neue Purpurträger wird es ab dem 20. November in der katholischen Kirche geben. Auch zwei Deutsche befinden sich unter den neuen Kardinälen: Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, und der bayerische Kirchenhistoriker Walter Brandmüller.

Die Nachricht von der Berufung des Münchner Erzbischofs Reinhard Marx zum Kardinal beschäftigt die Kommentarspalten der deutschen Zeitungen. Viele sehen in der Entscheidung eine gute Wahl des zuletzt eher unglücklich agierenden Katholikenoberhaupts.

Die "Badischen Neuesten Nachrichten" weisen auf das klare Signal Benedikts hin, Marx - und nicht etwa den Leiter der Deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch - die Purpurwürde zu verleihen:

"Mit seiner Ankündigung, den Münchner Erzbischof Reinhard Marx zum Kardinal zu erheben, hat Papst Benedikt XVI. der Hierarchie in der deutschen Bischofskonferenz seinen deutlichen Stempel aufgedrückt: Er hat den für katholische Verhältnisse jungen Westfalen Marx dem seit langem in Amt und Würden waltenden, zuletzt auch von seiner hohen Verantwortung gezeichneten Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz vorgezogen. Das ist sicher kein Hinweis auf eine Geringschätzung des Freiburger Oberhirten Robert Zollitsch. Aber es ist ein mal mehr ein Beleg dafür, dass ein Papst bei der Beförderung seiner Würdenträger nicht auf die Organisation der Ortskirchen und auch nicht auf deren mehrheitliches Votum Rücksicht nimmt.

Die "Nordwest-Zeitung" aus Oldenburg lobt die Beförderung eines modernen, vorwärtsgewandten Kirchenmannes:

Mit der Berufung des Münchner Erzbischofs Reinhard Marx zum Kardinal hat Papst Benedikt XVI. ein klares Signal für die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland gesetzt. Mit dem aus Westfalen stammenden Bischof wird ein Kirchenmann mit eigenem Profil befördert. Wie kraftvoll Marx innerhalb der Kirche schon jetzt handeln konnte, hat er mit seiner klaren Haltung im Missbrauchsskandal und bei der Ablösung des Augsburger Bischofs Walter Mixa gezeigt, an der er wesentlich beteiligt war. Mit Marx kann die katholische Kirche neue Glaubwürdigkeit gewinnen.

Der "Westfälischen Anzeiger" lobt dagegen die Bereitschaft des Erzbischofs, Konflikten - im Gegensatz zu manchen seiner Amtsbrüder - nicht aus dem Weg zu gehen:

"Er hat auch über kirchliche Themen hinaus eine Menge zu sagen und tut das mit einer für seinesgleichen nicht immer selbstverständlichen Eloquenz. Er weicht Konflikten nicht aus und hat sich dem Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit in besonderer Weise verpflichtet. Reinhard Marx, künftiger Kardinal von Papst Benedikts Gnaden, ist für die Seinen ein Glücksfall. An ihm wird es mehr als bisher sein, der katholischen Kirche in Deutschland eine Stimme zu verleihen, hier zu Lande wie im Vatikan. Eine Herausforderung, der er gewachsen sein dürfte; Überraschungen nicht ausgeschlossen."

jwi/DPA DPA

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