VG-Wort Pixel

Promiboxen in den USA George Zimmerman tritt gegen schwarzen Rapper an


Sensationsmache der übelsten Sorte bietet eine Promibox-Show in den USA: Der im Fall Trayvon Martin freigesprochene George Zimmerman darf in der Sendung antreten. Jetzt steht auch sein Gegner fest.

Da haben sich die Macher einer Fernsehshow ja was Feines ausgedacht: George Zimmerman, der im umstrittenen Fall Trayvon Martin freigesprochen wurde, darf in einer Promibox-Show antreten. Jetzt steht auch sein Gegner fest: Es handelt sich um den afroamerikanischen Rapper DMX, der angekündigt hat, das "verfickte Leben" aus dem Nachbarschaftswächter Zimmerman zu prügeln. Offziell bestätigt hat DMX den Kampf noch nicht.

Schon Ende Januar hatte Zimmerman laut "TMZ.com" zugesagt, für das Promiboxen zur Verfügung zu stehen. Seit Monaten trainiere er im Ring und gab zudem an, gegen jeden zu kämpfen – "sogar Schwarze". Aus 15.000 Bewerbern, berichtete "TMZ" später, wurde der New Yorker Rapper als Herausforderer nominiert. Dieser gab an, "jede Regel brechen zu wollen, um ihn fertig zu machen". Auch der Rapper The Game wollte sich mit ähnlichen Absichten gegen ihn in den Ring begeben. Selbstvermarkter Zimmerman hingegen wolle boxen, um das Geld einem wohltätigen Zweck zu spenden. Erst im Dezember versteigerte er eines seiner Bilder, das er zu Therapiezwecken gemalt hat, für über 100.000 Dollar. Ob dieses Geld gespendet wurde, ist nicht klar.

Symbol für Bevorzugung von Weißen

Der Nachbarschaftswächter wurde für viele Amerikaner zum Symbol für die Bevorzugung von Weißen im US-Justizsystem und für den weiter vorherrschenden Rassismus im Land. Das "Stand your own ground"-Gesetz des Bundesstaates Florida sorgte für den Freispruch von der Mordanklage an dem 16-jährigen Martin. Dem Gesetz zufolge ist es einem Menschen erlaubt, (tödliche) Gewalt anzuwenden, um sich gegen einen rechtswidrigen Angriff zu wehren.

Zimmerman hatte Martin, der in der Stadt zu Besuch war, bei einer Patrouille in seiner Wohnsiedlung erschossen. Der schwarze Jugendliche soll unterwegs gewesen sein, um in einem Laden Süßigkeiten zu kaufen. Er trug seine Kapuze über dem Kopf, als er die Straße entlang lief. Zimmerman hielt den Teenager für einen Einbrecher und stellte ihn zur Rede, was zu einem Streit geführt habe. Er sagte aus, in Notwehr geschossen zu haben. Der Junge war allerdings unbewaffnet.

Andra Wöllert

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker