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Proteste gegen Regierung: Demonstrationen in Thailand eskalieren

Die Zusammenstöße zwischen Regierungsgegnern und Polizisten in Bangkok werden immer gewaltsamer. Tränengas und Schlagstöcke kommen erneut zum Einsatz - mit Dutzenden Verletzten und einem Toten.

Der Machtkampf zwischen Regierung und Demonstranten in Thailand ist am Dienstag gefährlich eskaliert. 25.000 Polizisten waren am Morgen mit Schlagstöcken und Tränengas ausgerückt, um Lager auf Straßenkreuzungen zu räumen, die die Demonstranten seit Wochen besetzt halten. Die aufgebrachte Menge setzte sich zur Wehr.

Ein Polizist sei erschossen worden, berichtete die Einsatzzentrale der Regierung. Der Sanitätsdienst meldete nach einer Granatenattacke mindestens 44 Verletzte. "Die Demonstranten haben geschossen und eine Granate eingesetzt und den Tod des Polizisten verursacht", twitterte das Außenministerium.

Die Zusammenstöße passierten im Regierungsviertel einige Kilometer westlich des Stadtzentrums mit seinen Geschäftsstraßen. Auch die Region um den Königspalast, ein beliebtes Ausflugsziel, war nicht betroffen. An den besetzten Kreuzungen in der Innenstadt rückte die Polizei zunächst nicht vor. Im Regierungsviertel setzte die Polizei Tränengas ein. Demonstranten attackierten die Beamten mit Wurfgeschossen.

Zahlreiche Festnahmen

Nach Angaben der Einsatzzentrale wurde ein Areal vor dem Energieministerium erfolgreich geräumt. Die Polizei nahm zahlreiche Demonstranten fest, darunter auch einige Protestanführer. Nicht dabei war Suthep Thaugsuban, ein Oberhaupt des "Demokratisches Reformkomitees des Volkes" (PDRC). Er will die Regierung stürzen und einen ungewählten Übergangsrat einberufen.

Die Eskalation folgt auf drei Monate anhaltende Demonstrationen gegen die Regierung von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra. Der Protest hatten sich im vergangenen November an einem von der Regierung befürworteten Amnestiegesetz entzündet, das Yinglucks Bruder, dem früheren Regierungschef Thaksin Shinawatra, wohl eine Rückkehr aus dem Exil erlaubt hätte.

Die Opposition sieht Yingluck als eine Marionette ihres Bruders, dem sie Korruption und Bestechung vorwirft. Die Familie ist in weiten Teilen der Mittelschicht von Bangkok und im Süden verpönt.

kis/DPA/AFP / DPA