Prügelvorwürfe Bischof Mixa entschuldigt sich für Ohrfeigen


Der mit Prügelvorwürfen konfrontierte Augsburger Bischof Walter Mixa hat sich dafür entschuldigt, dass er Menschen Kummer bereitet habe. "Ich bitte um Verzeihung", erklärte Mixa nach Bistumsangaben vom Dienstag in Beratungen mit dem Priesterrat der Diözese.

Der mit Prügelvorwürfen konfrontierte Augsburger Bischof Walter Mixa hat sich dafür entschuldigt, dass er Menschen Kummer bereitet habe. "Ich bitte um Verzeihung", erklärte Mixa nach Bistumsangaben vom Dienstag in Beratungen mit dem Priesterrat der Diözese. Die Kultusminister beschlossen derweil einen Maßnahmenkatalog gegen Missbrauch in Schulen, in dem sie für eine Kultur des Hinsehens und des Hinhörens plädieren.

In einer vom Bistum Augsburg verbreiteten Mitteilung des Priesterrats erklärte Mixa: "Es tut mir von Herzen weh und leid, dass ich vielen Menschen Kummer bereitet habe." Weiter hieß es in der Erklärung, der Priesterrat der Diözese setze sich "gemeinsam mit dem Bischof dafür ein, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe lückenlos aufgearbeitet werden".

Die Vorwürfe gegen Mixa, der auch deutscher Militärbischof ist, beziehen sich auf Vorfälle aus seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen und Vorsitzender des Kuratoriums der dortigen Waisenhausstiftung. Mixa hatte erst nach längerem Zögern und öffentlichem Druck zugegeben, damals Kinder und Jugendliche geschlagen zu haben. Allerdings gehen die Darstellungen zum Ausmaß der Züchtigungen stark auseinander.

Unterdessen kündigten zwei ehemalige Heimkinder in der "Ausburger Allgemeinen" vom Mittwoch an, bei der Aufarbeitung der Vorwürfe gegen Mixa mit dem Beauftragten der Waisenhausstiftung Schrobenhausen, Sebastian Knott, zusammenarbeiten. Die Betroffenen Monika Bernhard und Hildegard Sedlmair beschuldigen Mixa dem Bericht zufolge, er habe sie als Heimkinder in seiner Zeit als Schrobenhausener Stadtpfarrer mit Ohrfeigen und Fausthieben auf den Oberarm geschlagen. Ein weiter bestehendes Gesprächsangebot Mixas schlugen Bernhard und Sedlmair erneut aus. Bernhard sagte zu Mixas Entschuldigung: "Er will sich retten und im Amt bleiben."

Die Kultusministerkonferenz (KMK) vertritt in ihrem Maßnahmenkatalog gegen Missbrauch und Gewalt in Schulen und Internaten die Auffassung, eine Kultur des Hinsehens und des Hinhörens müsse "Teil des Lebens und Lernens in der Schule" sein. Dafür müssten qualifiziertes pädagogisches Personal, angemessene Räume und Zeiten eingeplant werden. Gefährdungen und Problemfälle müssten frühzeitig von schulischem und außerschulischem Personal erkannt werden, Opfer müssten Hilfe erhalten. Neben bereits bestehenden Unterstützungsangeboten müssten zusätzlich kompetente Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Auch müsse sich die Lehrerbildung und -fortbildung verstärkt mit sexuellen Grenzüberschreitungen und Gewaltanwendung in Schulen auseinandersetzen. Darüber hinaus setzt sich die KMK für eine gezielte Verlängerung der Löschungsfristen im Bundeszentralregister ein. Damit solle ausgeschlossen werden, "dass Personen wieder im Bildungs- und Erziehungsbereich eingestellt werden, die in der Vergangenheit Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung begangen haben und straffällig geworden sind".

Der Freiburger Erzbischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, rief die Religionslehrer in der Erzdiözese Freiburg auf, eine Kultur des "aufmerksamen Hinschauens und sorgsamen Hinhörens in unserer Gesellschaft zu stärken". "Seien Sie aufmerksam, wo Kinder und Jugendliche von Grenzüberschreitungen berichten", schrieb Zollitsch in einem am Dienstag veröffentlichten Brief an die Religionslehrer.

AFP AFP

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