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Weltweites Ranking: Die freie Presse hat es immer schwerer - auch in Deutschland

Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" hat das Pressefreiheitsranking für das Jahr 2015 erstellt. Deutschland ist um vier Plätze auf Rang 16 abgerutscht. Überall auf der Welt wird die Situation für die Presse immer schlechter.

Das Ranking von "Reporter ohne Grenzen" als Grafik. In weiß gefärbten Ländern ist die Lage gut, in roten schwierig. Sehr ernst ist es in den ganz dunklen Ländern. Auf der Website der Organisation finden Sie eine interaktive Karte, in der weitere Details der Erhebung eingezeichnet sind.

Das Ranking von "Reporter ohne Grenzen" als Grafik. In weiß gefärbten Ländern ist die Lage gut, in roten schwierig. Sehr ernst ist es in den ganz dunklen Ländern. Auf der Website der Organisation finden Sie eine interaktive Karte, in der weitere Details der Erhebung eingezeichnet sind.

Deutschland hat sich in der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit laut der Organisation Reporter ohne Grenzen um vier Plätze auf Rang 16 verschlechtert. Das sei "eine Folge der stark gestiegenen Zahl von Anfeindungen, Drohungen und gewalttätigen Übergriffen gegen Journalisten", erklärte die Medienorganisation am Dienstag in Berlin. In Deutschland hätten vergangenes Jahr Gewalt und Anfeindungen bis hin zu Todesdrohungen gegen Journalisten "massiv zugenommen". Es gab demnach mindestens 39 gewaltsame Übergriffe gegen Journalisten, etwa bei Demonstrationen der islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung.

Kein gutes Jahr

In allen Weltregionen sei ein Rückgang der Freiräume für Medien zu beobachten. "Zunehmend autokratische Tendenzen in Ländern wie Ägypten, Russland oder der Türkei tragen zu diesem Trend ebenso bei wie die bewaffneten Konflikte etwa in Libyen, Burundi und dem Jemen", heißt es. Negative Folgen hätten auch die Bestrebungen der Regierungen in Ländern wie Polen und Ungarn, staatliche und private Medien stärker zu kontrollieren. 

Auf Platz 1 steht Finnland, gefolgt von den Niederlanden und Norwegen. Am schlechtesten ist es demnach um die Pressefreiheit in China, Syrien, Turkmenistan, Nordkorea und Eritrea bestellt. Sie landeten wie im Vorjahr auf den letzten fünf Plätzen der 180 Länder, wie ROG am Dienstag mitteilte. Die Türkei steht auf Platz 151. Zu den Ländern, die deutlich abrutschten, gehören etwa Polen, Brunei und Tadschikistan.

Die Rangliste versucht, den Grad der Freiheit wiederzugeben, die Journalisten, Blogger und Medien in 180 Ländern haben. Ihre Grundlage ist ein Fragebogen zu unabhängiger journalistischer Arbeit, den Reporter ohne Grenzen in 20 Sprachen an Journalisten, Wissenschaftler, Juristen und Menschenrechtsverteidiger weltweit verschickt. Die aktuelle Rangliste bezieht sich auf das Jahr 2015.

gos/dpa