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Rassismus im US-Restaurant: Kellner fordern 18 Gäste auf, den Tisch zu wechseln, weil ein Kunde "nicht neben Schwarzen sitzen" will

In einer amerikanischen Sportsbar im Bundesstaat Illinois wurde eine Gruppe von Erwachsenen und Kindern mehrfach aufgefordert, den Tisch zu wechseln. Ein Gast hatte sich beim Personal beschwert, weil er nicht neben ihnen sitzen wollte.

Ein Gebäude der Fast-Food-Kette

Die Kette Buffalo Wild Wings, hier eine Filiale aus Florida, will ein "Sensibilitätstraining" für ihre Mitarbeiter einrichten

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An diesen Samstagabend wird sich eine US-amerikanische Familie noch lange erinnern: Gemeinsam mit Freunden, größtenteils Eltern mit kleinen Kindern, wollte sie einen Geburtstag in der Fast-Food-Sportbar Buffalo Wild Wings in Naperville, in der Nähe von Chicago, feiern. Allerdings verlief der Restaurantbesuch für die Gruppe aus 18 Menschen mit primär afroamerikanischer Herkunft ganz anders als erwartet.

Nachdem sich die Geburtstagsgesellschaft einen Platz gesucht und erste Bestellungen aufgegeben hatte, gab es eine Beschwerde von nebenan. Der Gast am Nachbartisch wollte nicht, dass "schwarze Leute neben ihm sitzen". Er informierte die Angestellten des Restaurants über seine Vorbehalte. Daraufhin hat die Crew Mary V., ihre Familie und Freunde mehrfach aufgefordert, den Platz zu wechseln. Die Kellner behaupteten, dass der Tisch, an dem die Gruppe saß, bereits reserviert gewesen sei. Wegen der offensichtlichen Diskriminierung entschlossen sich die Gäste schließlich, das Restaurant zu verlassen, berichtet die "Washington Post".

PSA: I usually don’t post these types of things but we think people need to be aware of the situation. Last night...

Gepostet von Mary Vahl am Sonntag, 27. Oktober 2019

 "Niemand sollte den Rassismus erleben, den wir an diesem Tag erleben mussten"

Am Abend nach dem Vorfall meldete sich Mary V. persönlich via Facebook zu Wort: "Wenn du nicht neben bestimmten Leuten in einem öffentlichen Restaurant sitzen möchtest, solltest du dein Abendessen wahrscheinlich Zuhause essen", beschwerte sie sich. Der Post von Sonntagabend wurde fast 7000 Mal geteilt und beinahe ebenso oft kommentiert. Auch Marys Sohn reagierte empört auf den Verlauf des Sonntagabends bei Buffalo Wild Wings: "Niemand sollte den Rassismus erleben, den wir an diesem Tag erleben mussten", sagte er dem amerikanischen Radiosender WBBM.

Die Fast-Food-Kette Buffalo Wild Wings reagierte nicht direkt auf den Post von Mary. Durch einen Unternehmenssprecher hat sie jedoch verlauten lassen, dass sämtliche in den Vorfall involvierten Angestellten entlassen worden sind. Der Gast, der mit seinem rassistischen Beitragen für den Vorfall gesorgt hatte, erhielt lebenslanges Zutrittsverbot für sämtliche Filialen von Buffalo Wild Wings.

Quelle: "Washington Post", Facebook

jeh
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