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Polizeieinsatz Anführer des IS in Deutschland offenbar gefasst

Razzia bei IS-Verdächtigen: Die Polizei meldet Erfolge
Razzia bei IS-Verdächtigen: Die Polizei meldet Erfolge
© Holger Hollemann/DPA
Die Bundesanwaltschaft hat die Festnahme von fünf mutmaßlichen Islamisten in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bestätigt. Darunter soll auch ein Mann sein, der als Anführer des IS in Deutschland galt.

Unter dem Vorwurf der IS-Unterstützung hat die Bundesanwaltschaft am Dienstag in Deutschland fünf Männer verhaften lassen. Ihnen werde die Unterstützung der terroristischen Vereinigung Islamischer Staat (IS) vorgeworfen, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Sie stehen demnach im Verdacht, Menschen für den IS rekrutiert zu haben und mindestens einen Mann samt seiner Familie zum IS nach Syrien geschleust zu haben.

Die Beschuldigten im Alter zwischen 26 und 50 Jahren sollen am Dienstag und Mittwoch dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden. Dieser muss über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden.

Monatelange Ermittlungen gingen Razzia voraus

Laut Medienberichten von "Süddeutscher Zeitung" sowie Nord- und Westdeutschem Rundfunk waren den Festnahmen monatelange Ermittlungen vorausgegangen. Der zu den Festgenommenen zählende 32 Jahre alte Ahmad Abdulaziz Abdullah A., der sich auch Abu Walaa nennt, soll den Berichten zufolge als "Prediger ohne Gesicht" bekannt sein.

Die Bundesanwaltschaft bestätigte, dass Abu Walaa in dem überregionalen salafistisch-jihadistischen Netzwerk die zentrale Führungsposition übernommen habe. Er bekenne sich offen zum IS und sei in der Vergangenheit bei zahlreichen salafistischen Veranstaltungen als Redner aufgetreten. Der Syrien-Rückkehrer Anil O. hatte Abu Walaa in einem Interview mit "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR einmal als "die Nummer 1 des IS in Deutschland" bezeichnet.

Ideologische und sprachliche Grundlagen vermittelt

"Das ist der Schlimmste," zitierten die Medien Sicherheitskreise. Seit dem Herbst vergangenen Jahres ermittle die Bundesanwaltschaft gegen ihn und mutmaßliche Helfer. Sie sollen demnach vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen junge Muslime für den IS angeworben und bei der Ausreise logistisch und finanziell unterstützt haben.

Den zu den festgenommenen zählenden Hasan C. und Boban S. kam laut Bundesanwaltschaft die Aufgabe zu, Gleichgesinnten und Ausreisewilligen neben der arabischen Sprache auch radikalislamische Inhalte zu lehren. Dies habe die ideologische und sprachliche Grundlage für eine zukünftige Tätigkeit beim IS liefern sollen, erklärte die Anklagebehörde.

Insbesondere sollten die Angeworbenen demnach an Kampfhandlungen teilnehmen. Abu Walaa sei es vorbehalten gewesen, Ausreisen zu billigen und zu organisieren, die konkrete Umsetzung hätten dann die zwei weiteren Festgenommenen übernommen. Den Medienberichten zufolge hatten Aussagen eines IS-Rückkehrers maßgeblichen Anteil an den Festnahmen.

DPA

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