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Reaktionen auf Hamburger Polizeimaßnahme Wo gibt es Einreiseanträge fürs Gefahrengebiet?


Teile der Hamburger Innenstadt wurden bis auf weiteres zum Gefahrengebiet erklärt. Das gibt Streit, auch im Netz. Während sich die einen über die Polizei amüsieren, bekunden andere ihre Solidarität.
Von Dominik Brück

Unter dem Twitter-Hashtag gefahrengebiet amüsieren sich viele User über das Vorgehen der Polizei in Hamburg. Andere bekunden Solidarität mit den Beamten. Der Hintergrund: Seit vier Tagen gelten in den Stadtteilen St. Pauli, Sternschanze und Altona erweiterte Befugnisse für die Beamten. stern.de hat ein paar Fundstücke zum Thema #gefahrengebiet gesammelt.

Auf Twitter machen besonders viele Bilder zum Thema die Runde:

Nicht nur in Hamburg sondern auch aus anderen Teilen Deutschlands werden unter #gefahrengebiet skurrile Tweets verbreitet:

Die Twitterer sitzen auch im Rathaus: Besonders die Aussagen von Hamburgs Innensenator Michael Neumann werden kritisiert und auf den Arm genommen. #hhbue steht dabei für die Hamburgische Bürgerschaft, die gestern im Innenausschuss über das Thema debattiert hat:

Im Gefahrengebiet selbst sind die Anwohner schockiert. Dennoch kommt es immer wieder zu kreativen Protesten gegen die Polizei:

Aktionismus im Gefahrengebiet

Manche machen sich einen Spaß aus dem Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei. Ziel vieler Protestler ist es, die Beamten zu beschäftigen und zu verwirren. Dazu legen sie es darauf an, kontrolliert zu werden, indem sie unter anderem harmlose Gegenstände mit sich tragen, die in Form oder Farbe Waffen und Drogen ähneln. Etwas zerriebene Petersillie dient zum Beispiel als falsches Marihuhana.

Der Bericht einer Protestlerin von einer solchen Aktion findet sich auf diesem Blog. Auch für die kommenden Tage sind ähnliche Aktionen angekündigt, zu denen beispielsweise auf Facebook unter dem Namen "Spaziergänge durch das Gefahrengebiet" aufgerufen wird. Bisher blieben derartige Protestaktionen weitestgehend friedlich.

Solidarität mit der Polizei

Das Netz besteht jedoch nicht nur aus Kritik an dem Gefahrengebiet. Viele Internetnutzer bekräftigen auch ihre Solidarität mit der Hamburger Polizei und rufen zu einem Ende der Gewalt gegen die Beamten auf. Am 1. Januar fand auf dem Hamburger Rathausmarkt eine Mahnwache für die Polizisten statt, die in den vergangenen Wochen verletzt worden waren. Mehrere hundert Hamburger nahmen an der Veranstatung teil. Eine Facebookseite mit dem Namen "Solidarität mit den Beamten der Davidwache" hat seitdem über 55.000 "Gefällt mir"-Angaben erhalten. Die Polizeiwache im Stadtteil St. Pauli war im Dezember im Vorfeld einer Demonstration mit Flaschen und Steinen beworfen worden. Insgesamt wurden seit den ersten Vorfällen in Hamburg über 160 Polizisten bei Protesten verletzt.


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