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Rechtsextremismus: Neonazis patrouillieren durch Dortmunds Busse und Bahnen

Es ist Propaganda der schlimmsten Sorte: Die Neonazi-Partei "Die Rechte" patrouilliert in Dortmund durch Straßen, Busse und Bahnen. Angeblich befinden sich die Rechten auf "Verbrecherjagd".

"Die Rechte" bei einer Aktion vor dem Dortmunder Rathaus: Immer öfter sind die Braunen in gelben T-Shirts auch im Dortmunder Nahverkehr anzutreffen.

"Die Rechte" bei einer Aktion vor dem Dortmunder Rathaus: Immer öfter sind die Braunen in gelben T-Shirts auch im Dortmunder Nahverkehr anzutreffen.

Man fühlt sich an (zum Glück) längst vergangene Zeiten erinnert: In Dortmund patrouillieren Neonazis der rechten Splitterpartei "Die Rechte" offen durch die Straßen, um dort angeblich "Jagd auf Verbrecher" zu machen. Dabei trägt die Gruppierung harmlos anmutende gelbe T-Shirts, um das Image des freundlichen Bürgers von nebenan zu vermitteln, dem die Sicherheit seiner Mitbürger am Herzen liegt. Das ganze nennt sich "Stadtschutz Dortmund". Dabei spielen die Rechten mal wieder mit unterschwelligen Botschaften: Dass sich "Stadtschutz" auch mit "SS" abkürzen lässt, ist wohl kein Zufall.

Nun haben die Neonazis ihre Aktivitäten auf Busse und Bahnen der Stadt ausgeweitet. Die rechte Partei nennt in einem Twitter-Post "steigende Kriminalität" in öffentlichen Verkehrsmitteln als Grund für die zweifelhafte Maßnahme. Die Dortmunder Stadtwerke DSW 21 sind über die "Patrouillen" informiert und äußerten sich gegenüber der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ): "Dazu gibt es eine klare Position unseres Hauses. Wir tolerieren und dulden das nicht", so ein Sprecher. Laut WAZ berät das Unternehmen gerade über geeignete Maßnahmen gegen die Öffentlichkeitsarbeit der Rechten. Wichtig sei es, alle Beschäftigten für die "Sheriff"-Spiele der Neonazis zu sensibilisieren.


Es ist wohl auch kein Zufall, dass "Die Rechte" sich für ihre Aktionen in Dortmund  die Farbe Gelb ausgesucht hat. So sei es möglich unter den vielen gelben BVB-Trikots nicht sonderlich herauszustechen. Mitarbeiter der Stadtwerke sollen laut DSW-21-Sprecher nun genauer hinschauen, ob es sich um Fußballtrikots oder um die rechte Bürgerwehr handle.

"Eine Bürgerwehr dulden wir als Polizei nicht"

Auch die Polizei nimmt die Provokation der Braunen in Gelb nicht auf die leichte Schulter. Laut WAZ werde jedes Delikt im Zusammenhang mit dem "Stadtschutz" zur Anzeige gebracht. Die Polizei habe Verfahren wegen Amtsanmaßung eingeleitet. "Eine Bürgerwehr dulden wir als Polizei nicht. Es gibt keine Notwendigkeit für eine Bürgerwehr. Erst recht nicht für Rechtsextremisten, die auf diesem Wege versuchen, Teil der öffentlichen Diskussion zu werden", sagte Polizeipräsident Gregor Lange der Zeitung.

Nordstadt: Romakinderstehlen Obdachlosen die Schlafsäcke – DIE RECHTE hilft! http://t.co/jSWvyVVWCX #DortmundEcho pic.twitter.com/RhLDefXBYA

— Die Rechte Dortmund (@dortmundsrechte) 4. August 2015


"Wir sind Frontstadt und Hotspot im Kampf gegen Rechtsextremismus", betont der ehrenamtliche Sonderbeauftragte des Oberbürgermeisters, Hartmut Anders-Hoepgen. In verschiedenen ländlichen Regionen im Osten sei es Rechtsextremen demnach gelungen, sich unter einem Image der "Kümmerer" zu etablieren. In Großstädten haben die Rechten allerdings nicht so leichtes Spiel. Nun hat sich "Die Rechte" offenbar das Ziel gesetzt, das braune Gedankengut stärker in den Großstädten zu etablieren - besonders in der Ruhrgebietsmetropole.

Unter dem Hashtag "nonazisdo" schreiben Twitter-Nutzer über ihre Begegnungen mit Neonazis in Dortmund:





amt