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Regensburg: Identitäre errichten Kreuze für Terroropfer auf Gelände von Moschee

Protest gegen eine geplante Moschee in Regensburg: Kritiker des Vorhabens errichteten dort Kreuze mit Namen von Terroropfern. Zu der Aktion bekannte sich die "Identitäre Bewegung Bayern".

26 Holzkreuze hatten die Gegner des Moscheebaus am Wochenende auf dem Grundstück errichtet, auf dem ein muslimisches Gotteshaus gebaut werden soll. Die Kreuze tragen die Namen von Opfern des Terroranschlags in Brüssel im März 2016, berichtet der Bayerische Rundfunk.

Zu der Protestaktion hat sich nun die "Identitäre Bewegung Bayern" bekannt. In einem Facebook-Post wirft sie dem türkisch-islamischen Religionsverein Ditib, der die Moschee bauen will, vor, der "verlängerte Arm Erdogans" zu sein. Außerdem habe der Regensburger Ortsverein "in seiner bisherigen Moschee immer wieder radikale Salafisten auftreten lassen". Mit ihrer Aktion wollen die Identitären sowohl gegen den Moscheebau in "der vom Mittelalter christlich geprägten Domstadt Regensburg" als auch gegen steuerliche Fördermittel für Ditib-Projekte protestieren. 

Namen von Terroropfern aus Brüssel auf den Kreuzen

Der Ditib-Vorstand nannte die Aktion einen "Angriff auf das friedliche Zusammenleben" von Christen und Muslimen. Laut "Merkur" forderte die Regensburger Ditib-Führung eine stärkere Präsenz der Sicherheitsbehörden, um ähnliche Übergriffe in Zukunft zu verhindern. "Wir sind entsetzt darüber, dass man den Terror von Brüssel mit der neuen Moschee in Verbindung bringt", sagte ein Sprecher. Das Grundstück habe nach der Aktion wie ein Friedhof gewirkt.

Ende Januar war die Errichtung der Moschee in Regensburg endgültig genehmigt worden, der Bau soll noch in diesem Jahr beginnen. Auf den Bauplänen ist auch ein 21 Meter hohes Minarett vorgesehen. Die bisherigen Räume der muslimischen Gemeinde waren zu klein geworden.

Moscheebau in Regensburg soll dieses Jahr beginnen

Allerdings regt sich schon länger Protest gegen den Bau der Moschee. Bei der regierenden SPD gingen nach der Entscheidung mehr als 10.000 Protestmails ein, wie der Fraktionsvorsitzende der "Süddeutschen Zeitung" berichtete. Auch die AfD machte Stimmung gegen den Moscheebau. Hinzu kommt nun also die plakative Aktion der Identitären.

Die Identitäre Bewegung ist seit rund drei Jahren in Deutschland aktiv und ein wesentlicher Teil der sogenannten "Neuen Rechten". Sie kämpft gegen die vermeintliche Überfremdung der Gesellschaft, unterhält enge Verbindungen zur AfD – und wird vom Verfassungsschutz als "rechtsextrem" eingestuft.

Gläubige Muslime beten vor der offiziellen Eröffnung in der Zentrum-Moschee im schleswig-holsteinischen Rendsburg
epp