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Mitten in New York City: Dieser Mann trägt seinen Müll am Körper – einen Monat lang

Plastikbeutel umhüllen seinen beigefarbenen Anzug, sie sind vollgestopft mit Verpackungsmüll. Nach weniger als zwei Wochen – doch noch ist für den Umweltaktivisten Rob Greenfield nicht mal Halbzeit.

Greenfield mit leerem und bereits gut gefülltem Müllanzug

Anprobe und "Catwalk": der Trash Suit vor seinem ersten Einsatz (l.) und nach gut zehn Tagen (r.). Welche Dimensionen der Körperumfang von Rob Greenfield bis zum 18. Oktober angenommen haben wird, mag man sich kaum ausmalen.

Es ist nicht die erste Aktion, für die Rob Greenfield seinen eigenen Körper einsetzt, um Aufmerksamkeit zu erregen. Aufmerksamkeit für unseren Planeten, mit dem wir bewusster und weitsichtiger umgehen müssen. Mit seinem neuesten Projekt will der Umweltaktivist darauf hinweisen, wie viel Müll ein durchschnittlicher Amerikaner in nur einem Monat produziert. Dazu setzt Greenfield auf den optischen Effekt: Er trägt seine verbrauchten Verpackungen, gut zwei Kilogramm pro Tag, an seinem Körper spazieren – mitten in New York City. 

Auch wenn der Trash Suit gar nicht danach aussieht: 125 Stunden hat es die Designerin Nancy Judd von Recycle Runway gekostet, den Müllanzug zu gestalten. Dass innerhalb eines Monats eine ziemliche Belastung auf die mit Plastikbeuteln ausgestattete Kombination aus Jacke und Hose zukommen würde, war vorhersehbar. Mit 135 amerikanischen Pfund, umgerechnet 61,2 Kilogramm, rechneten Greenfield und Judd. Also galt es, erstens ein Modell zu kreieren, dass sich über Nacht wieder ablegen lässt, und zweitens, sprapazierfähige Materialien und Aufhängungen zu finden. 

Rob Greenfield will Veränderung herbeiführen

Der 30-jährige Greenfield bezeichnet sich selbst als Abenteurer, Umweltaktivist, Menschenfreund und Typen, der etwas verändern will. Ein Blick in die Autobiografie auf seiner Website zeigt, was er bereits geleistet hat, um diesen Titeln gerecht zu werden. In einer Kleinstadt in Wisconsin großgeworden, ist Greenfield sehr naturverbunden aufgewachsen. Bis Anfang 20 hatte er noch das Ziel, mit 30 Jahren Millionär zu sein. Mit 24 setzte ein Bewusstseinswandel ein, Greenfields Aufmerksamkeit richtete sich auf die Umwelt und die gesellschaftlichen Probleme seiner Generation. Er begann, sein Leben anders auszurichten.

Was mit dem Einkauf lokaler Produkte und der Vermeidung von Müll begann, setzte sich über den Verkauf seines Autos fort und mündete darin, sich möglichst unabhängig von Geld zu machen. Inzwischen nach San Diego, Kalifornien, umgezogen, begann er einen möglichst autarken, grünen Lebensstil. Er reduzierte seinen Besitz, spendete seine Einkünfte durch Vorträge und und begann zu reisen – für die Umwelt. Seine Konsequenz und Überzeugungskraft verschafften ihm breite Medienwirksamkeit, von Beiträgen in Zeitungen und Magazinen bis zu Radio- und Fernsehsendungen.

Ein einsames Leben?

Damit sich seine Facebook-Follower keine Sorgen machen, bewies Greenfield, dass er nicht einsam sei, obwohl er von den Schultern bis zu den Füßen in Müll steckt. An Tag 13 seines Experiments, dem 2. Oktober, postete er ein Foto von sich und seiner Freundin und schrieb: "Sie liebt mich, ob ich von Müll bedeckt bin oder nicht." 17,7 Kilogramm schleppte Greenfield an diesem Tag bereits mit sich herum und war wegen des ungewohnten Übergewichts bereits fünf Mal gefallen. Doch aufgeben will er nicht. 

bal