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Rom: Benedikt XVI. vergibt den Purpur

In einer feierlichen Zeremonie hat Papst Benedikt XVI. fünfzehn neue Kardinäle ernannt - darunter auch seinen Nachfolger im Amt des Leiters der Glaubenskongregation.

In einer feierlichen Zeremonie auf dem Petersplatz in Rom hat Papst Benedikt XVI. am Freitag 15 neue Kardinäle ernannt. Dabei rief er vor über 15 000 Gläubigen zu verstärkten Anstrengungen zur Belebung der Kirche auf. Erste Aufgabe der Purpurträger sei es, "der Kirche auf allen Ebenen neues Leben zu geben". Dazu gehöre es auch, "den Weg in Richtung der vollständigen Einheit der Christen" weiter zu gehen. Über 150 Kardinäle aus aller Welt waren auf den Peterplatz gekommen, darunter der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann.

Es handelt sich um die erste Kardinalsernennung Benedikts seit seiner Wahl am 19. April vergangenen Jahres. Kardinäle sind nach dem Papst die höchsten kirchlichen Würdenträger, aus ihren Kreisen gehen die Päpste hervor. Bei kühlem und windigen Wetter überreichte der Papst den neuen Purpurträgern die Insignien ihrer Macht, das rote Birett und das Ernennungsdekret. Den Kardinalsring bekommen sie erst am Samstag.

Diener Gottes

Benedikt unterstrich in seiner kurzen Predigt die Notwendigkeit der engen Zusammenarbeit. "Ich baue auf Euch, verehrte Brüder, ich baue auf das gesamte Kardinalskollegium." Kardinäle müssten als Vorbild der Kirche vorangehen und das Bild als "Diener der Diener Gottes" wahren.

Unter den neuen Kardinälen ist auch der langjährige Privatsekretär von Johannes Paul II., der Krakauer Bischof Stanislaw Dziwisz sowie der Nachfolger Josef Ratzingers in der Glaubenskongregation, der Kalifornier William Joseph Levada. Nach dem Konsistorium gibt es weltweit 193 Kardinäle, 120 wären bei einer Papstwahl dabei.

DPA / DPA