Rom Papst hält erstes Sonntagsgebet


Fast zwei Wochen nach seiner Wahl hat Benedikt XVI. erstmals das Sonntagsgebet von seiner Papstwohnung am Petersplatz in Rom gesprochen.

Zehntausende Menschen jubelten Joseph Ratzinger zu, als er ans Fenster seiner neuen Gemächer im dritten Stockwerk des Apostolischen Palastes trat. "Ich zeige mich zum ersten Mal an diesem Fenster, das mein geliebter Vorgänger unzähligen Menschen in der ganzen Welt bekannt gemacht hatte", sagte er. Johannes Paul II. hatte sich 26 Jahre lang fast jeden Sonntag den Gläubigen gezeigt. Zum letzten Mal war er am 30. März an das Fenster getreten und hatte vergeblich zu sprechen versucht. Drei Tage später starb er.

Zum 1. Mai äußerte sich der neue Papst zum Thema Arbeitslosigkeit. Auch in der Arbeitswelt müsse die menschliche Würde gewahrt werden. "Ich hoffe, dass es nicht an Arbeitsplätzen mangelt, vor allem nicht für die Jugend." Ausdrücklich grüßte Ratzinger die Gläubigen der orthodoxen Kirche, die am Sonntag Ostern feierten. Erneut forderte er Anstrengungen zur "völligen Einheit" der seit 1000 Jahren getrennten Ost- und Westkirche. Zugleich verwies Ratzinger auf die Leiden der Menschen im afrikanischen Krisenland Togo.

Ratzingers langjährige Haushälterin zieht mit um

Am Tag zuvor war der Papst umgezogen. Allerdings sind noch längst nicht alle Renovierungsarbeiten erledigt, hieß es in Vatikankreisen. Bislang seien lediglich das Schlafzimmer und das Badezimmer renoviert, erfuhr die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Außerdem seien die umfangreichen medizinischen Apparaturen, die für den zuletzt todkranken Johannes Paul notwendig waren, abgebaut worden. Die übrigen Räume würden in der Sommerzeit hergerichtet werden, wenn die Päpste gewöhnlich vor der römischen Sommerhitze in die Berge flüchten. Auch Ratzingers langjährige Haushälterin, die 55-jährige Deutsche Ingrid Stampa, ziehe mit um, hieß es in Rom.

Zugleich ernannte Benedikt den italienischen Kurienkardinal Angelo Sodano (77) zum neuen Dekan des Kardinalkollegiums. Sodano ist seit vielen Jahren Kardinalstaatssekretär ("Ministerpräsident") im Vatikan und damit einer der mächtigsten Männer der Kurie. Zuvor hatte Ratzinger selbst das Amt des Kardinaldekan inne, das vor allem nach einem Papsttod wichtige Aufgaben zu erfüllen hat. Ein Kardinaldekan leitet unter anderem die Wahl eines neuen Papstes (Konklave).

DPA DPA

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