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S21-Gegner Dietrich Wagner: Blinde Wut

Vor einem Jahr durchnässten in Stuttgart Wasserwerfer die S21-Gegner. Dietrich Wagner verlor bei der "Schlacht im Park" sein Augenlicht. Und ist verbitterter denn je.

Von Mathias Rittgerott, Stuttgart

Den Herren auf dem Podium wird unwohl, sie tuscheln, sie wollen, dass der Mann am Mikro still ist. Doch Dietrich Wagner lässt sich nicht abwürgen. "Die Hauptverbrecher", schimpft er, "das sind der Ex-Ministerpräsident, der Ex-Innenminister und Herr Stumpf!" Stuttgarts früheren Polizeichef nennt er gar "geisteskrank". Die Zuhörer im Saal applaudieren.

Wie viel Wagner von den Menschen vor sich wahrnimmt, ist schwer zu sagen. Ein Wasserwerfer zerschoss ihm vor einem Jahr im Stuttgarter Schlossgarten beide Augen. Die Polizisten sollten damals den Park räumen, Wagner wollte die Bäume schützen. Seither sieht er auf dem rechten Auge noch ein wenig. Wie viel, hängt von seinem Blutdruck ab und davon, ob er sich wohlfühlt.

Mit fester Stimme und ohne Manuskript

Wagner ist so etwas wie der heimliche Star des "Bürgertribunals" im alten Feuerwehrhaus in Stuttgarts Süden. "Wir klagen an", steht auf einem Plakat am Eingang. Auf einem Poster ist Wagners blutüberströmtes Gesicht zu sehen, umrahmt von martialisch komponierten Bildern. Käme das Flugblatt aus Ägypten oder Syrien, man würde sich nicht wundern.

Wagner trägt eine dunkle Sonnenbrille und an jedem Arm eine Blindenbinde. Er steigt aufs Podium und legt seinen Blindenstock weg. Dann zieht er mit fester Stimme und ohne Manuskript vom Leder: "Von der Polizei höre ich nur noch Lügen!" Der Polizeieinsatz sei "ein geplantes Verbrechen des Staates".

Zum Beleg führt Wagner an, was auch neu sei: Die "amerikanischen Besatzer in den Kasernen" in Stuttgart seien drei Tage vor dem Polizeieinsatz informiert worden. "Das ist beweisbar." Auf dem Podium, wo neben dem Moderator Reiner Weigand auch der Ex-Richter Dieter Reicherter sitzt, ist man alarmiert.

Deutschlands Waffenexporte anprangern

Im persönlichen Gespräch fabuliert der Rentner von Geheimdiensten, die ihn kriminalisieren wollten. Er will zudem gehört haben, dass eine Militäreinheit in Deutschland auf der Lauer liegt, "Aufstände niederzuschlagen". Außerdem will er Deutschlands Waffenexporte anprangern. Wagner hat an jenem 30.9. einen Schicksalsschlag erlitten. Er wurde so schwer verletzt, dass er nahezu blind ist. Hilflos fühlt er sich. "Versuchen Sie mal, sich blind zu rasieren!" Blind ist er und wütend.

So wie er haben viele Demonstranten das Vertrauen in die Polizei verloren. Das wird während des "Tribunals" durch Zeugenaussagen deutlich. Von Prellungen, Panikattacken und Filmrissen wird berichtet. "Kinderschläger" wurden die Polizisten seinerzeit stundenlang angebrüllt. Und so wie Wagner rennen viele Parkschützer seither nicht nur gegen Stuttgart 21 an, sondern gegen einen größeren Feind: Die Staatsmacht.

Der Beginn einer Paranoia

Mehr und mehr gelangen sie zur Überzeugung, Polizei und Justiz verfolgen sie. Rechtsanwälte mögen Journalisten nicht mehr in ihren Kanzleien empfangen – aus Angst vor Wanzen. Dass Handys abgehört werden, gilt als sicher. Wissendes Kopfnicken erntet, wer von verdächtigem Knacken während Telefonaten berichtet.

Gestrickt wird weiter an der Legende von Provokateuren. Schwarz Vermummte, die aus dem Demovolk heraus Polizisten angriffen - und in Wirklichkeit selbst welche seien. Der Widerstand werde kriminalisiert. Der 30. September markiert den Beginn einer Paranoia.

Das "Tribunal" erschöpft sich derweil im Blick zurück. Die Zuhörer im Saal und vor den Türen bekräftigen einander mit Pfui-Rufen, wie böse die Polizei ist. Einer trillert sogar drinnen auf seiner Pfeife. Bevor ein Film gezeigt wird, zu dem großteils bekannte Videoszenen der Schlacht im Park zusammengeschnitten wurden, warnt Moderator Reiner Weigand: "Das sind harte Aufnahmen." Wer sie nicht verkrafte, könne sich an die psychologische Betreuung im Saal wenden.

"Schuleschwänzen ist Bürgerpflicht"

Ach ja, um den Bahnhof selbst ging es heute nicht, da es ja um mehr geht. In einer "Abschlusserklärung" wird die "jahrelange undemokratische und diktatorische Politik" gegeißelt. Wörtlich heißt es dann: "Wir klagen an: Die Verletzung der Grundrechte, der Menschenwürde, des Rechts der Demonstranten auf körperliche Unversehrtheit."

Dietrich Wagner macht sich derweil Vorwürfe. Am Tag vor dem "Schwarzen Donnerstag" hatte er noch für die Schülerdemo geworben, die im Schlossgarten so gewaltsam endete. "Schule-schwänzen ist Bürgerpflicht", rief er Kindern zu. Damit habe er sie gewissermaßen in den Strahl der Wasserwerfer geschickt.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.