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Untersuchung von Wissenschaftlern Ist Sachsen eine Hochburg des Rechtsextremismus? Nein, aber ...


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Die Ausschreitungen von Chemnitz, die Pegida-Demonstrationen in Dresden oder der Erfolg der AfD bei der Landtagswahl: Sachsen ist wiederholt als vermeintliche Hochburg der Rechtsextremen in die Schlagzeilen geraten. Experten haben die Lage im Freistaat nun untersucht.

Sachsen kann nach Ansicht von Wissenschaftlern nicht uneingeschränkt als Hochburg des Rechtsextremismus gesehen werden. In einigen Bereichen lasse sich das klar verneinen, sagte Maximilian Kreter, Doktorand am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung der Technischen Universität Dresden, der Nachrichtenagentur DPA. Die Forscher stellen an diesem Freitag im Beisein von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ihr Buch "Sachsen – eine Hochburg des Rechtsextremismus?" mit Beiträgen verschiedener Experten vor. 

Demonstration in Chemnitz, Sachsen
Im Spätsommer 2018 schlugen Demonstrationen von Rechten in Chemnitz in Gewalt um – und warfen erneut einen Schatten auf Sachsen
© Jan Woitas / DPA / Picture Alliance

Sachsen hebt sich nicht von anderen Ost-Ländern ab

Kreter zufolge sind Ergebnisse der Untersuchungen nicht leicht auf einen Nenner zu bringen. "Bei den rechtsextremistischen Einstellungen in der Bevölkerung lässt sich nach den Ergebnissen von Gert Pickel und Alexander Yendell kein nennenswerter Unterschied bezüglich der Verbreitung in Sachsen im Vergleich zu anderen Bundesländern ausmachen." Ein Spezifikum stelle aber die größere Verbreitung von Islamfeindlichkeit dar. Dies gelte jedoch für alle Ost-Länder. 

"Über die meisten Phänomenbereiche hinweg tritt eine Ost-West-Differenz markant hervor: So waren NPD und AfD im Osten nach der deutschen Einheit weit erfolgreicher als im Westen", beschrieb Kreter ein zentrales Ergebnis des Bandes. Die AfD sei in Ostdeutschland nicht nur erfolgreicher, sondern auch weit radikaler: "Dies deutet darauf hin, dass der Boden für rechtsextreme Parolen hier fruchtbarer ist." 

"Sachsen tritt als Hochburg des Rechtsextremismus im Kern mithin nur im Vergleich mit den westlichen Bundesländern hervor. Im Kreis der östlichen Länder ragt es hingegen kaum oder gar nicht heraus", sagte Kreter. Die Situation in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen unterscheide sich beim Blick auf den Rechtsextremismus prinzipiell kaum von jener in Sachsen. 

"Pull-Effekt" für rechte Szene

Eine Besonderheit sieht der Wissenschaftler jedoch mit Blick auf Dresden und die islam- und ausländerfeindliche Pegida-Bewegung. Pegida und die Wahlerfolge der sächsischen AfD bewirkten, dass Dresden in der rechtsextremen Szene inzwischen als "Hauptstadt der patriotischen Bewegung" angesehen werde: "Dies führt in einem Pull-Effekt dazu, dass sich rechtsextremistische Szeneaktivisten verstärkt in Dresden und Sachsen engagieren."

wue DPA

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