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Sachsen-Anhalt: Neonazis quälten schwarzen Jungen

Eine Gruppe von Neonazis aus Sachsen-Anhalt hat einen 12-jährigen schwarzen Jungen brutal gequält und erniedrigt - und das schon zum zweiten Mal, wie sich jetzt herausstellte.

Fünf Neonazis zwischen 19 und 16 Jahren haben einen kleinen Jungen aus Äthiopien brutal gequält. Einer der mutmaßlichen Täter sitzt im Knast. Weitere Haftanträge wurden nach Angaben der Magdeburger Staatsanwaltschaft abgewiesen. Sachsen-Anhalts Innenminister Klaus-Jürgen Jeziorsky (CDU) wies Kritik zurück, es fehle an Engagement gegen den Rechtsextremismus.

Die Peiniger lauerten dem 12-jährigen am Montag im Ort Pömmelte bei Schönebeck auf, traktierten ihn mit Faustschlägen und Fußtritten und und drückten eine brennende Zigarette in seinem Gesicht aus. Außerdem bedrohten sie ihn mit einer Schusswaffe, zwangen ihn, ihre Springerstiefel abzulecken, und filmten dies. Der Zwölfjährige musste in einem Krankenhaus behandelt werden. Die rechtsextremen Täter waren zuvor mehrfach wegen Gewalttaten aufgefallen und sind einschlägig vorbestraft.

Keine Anzeige - aus Angst

Der Junge war seinen Peinigern schon einmal zum Opfer gefallen, wie die "Leipziger Volkszeitung" berichtet - und zwar vor einem Jahr. Die Jugendlichen hätten ihn damals bereits verprügelt. Aus Angst heraus erstatte seine Familie keine Anzeige.

Innenminister Jeziorsky betonte, das Land unterstütze Initiativen und Netzwerke gegen Rechtsextremismus. Auch gingen Polizei und Verfassungsschutz mit aller Konsequenz gegen rechtsextreme Bestrebungen vor. SPD- Fraktionschef Jens Bullerjahn ergänzte: "Gerade im Vorfeld der Landtagswahl, bei der der Einzug einer rechtsextremistischen Partei verhindert werden muss, sollten die Demokraten zusammenstehen."