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"Bildungsoffensive" in Saudi-Arabien: Gute Autos für gute Lehrer

Welcher Lehrer träumt nicht von Luxusautos oder viel Geld? Saudi-Arabien erfüllt seinen Pädagogen bald diese Wünsche. Ziel: herausragende Leistungen belohnen. Eine Bildungsoffensive mit einem Haken.

Saudischer Rolls-Royce im Visier: Bemühung, die Bildung zu stärken

Saudischer Rolls-Royce im Visier: Bemühung, die Bildung zu stärken

Luxuswagen für gute Leistungen - davon können deutsche Lehrer nur träumen. Diese zusätzliche Gehaltsdreingabe, etwa in Form von BMWs, verspricht das saudi-arabische Bildungsministerium seinen Pädagogen. Ein Behördensprecher sagte, man wolle herausragende Fähigkeiten fördern und belohnen, wie die BBC unter Berufung auf die "Arab News" schreibt. "Ein BMW sollte doch eine große Motivation sein." In den Genuss der hochmotorisierten Belohnung sollen offenbar nicht nur Lehrer, sondern auch Rektoren und andere Betreuer kommen. Und selbst die Spitzenschüler sollen nicht leer ausgehen.

Abgesehen von Autos werde auch Bargeld fließen, verspricht die Regierung. Die Rede ist von Beträgen zwischen 2100 und 25.000 Euro. Die ersten Glücklichen habe das Ministerium auch schon ausgeguckt. Ein Mitarbeiter sagte laut BBC staatstragend, dies bestätige die Bemühungen der saudischen Regierung, Schule und Bildung zu stärken.

Im Land selbst wird das neue Anreizmodell für die eher schlecht bezahlten Lehrende zwar begrüßt, trifft aber auch auf Kritik. Vielleicht solle man eher in das marode Bildungssystem investieren, als einzelne Pädagogen mit Statussymbolen zu behängen, zitiert die BBC einen Kommentar in den sozialen Medien. Ein anderer Aspekt sei allerdings völlig außer Acht gelassen worden, schreibt ein weiterer Kommentator: "Dies ist eine großartige Motivationsidee, nur die Frauen haben nichts davon, denn sollte eine von ihnen ein Auto gewinnen, wäre sie nicht einmal in der Lage, den Wagen nach Hause zu fahren." Im strengkonservativen Saudi-Arabien ist es Frauen verboten, Auto zu fahren.

Niels Kruse
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