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Schaulustige bei Unfällen: Was schockt Gaffer?

Sie sind immer dann da, wenn Menschen in Gefahr sind: Gaffer, die Unfälle oder andere Unglücke mit ihren Handys filmen und Rettungskräfte bei ihrer Arbeit behindern. Was kann sie davon abhalten?

Von Manuela Pfohl

Gibt man bei Google das Stichwort Autounfälle ein, so findet man auf Platz drei der Suchergebnisse: "Extreme Autounfälle - gratis Unfallclips". Hier findet der Gaffer alles, was er sucht. Aufzeichnungen von tragischen Unfällen bietet auch Youtube. Einer der Hobbyfilmer präsentiert ein Video mit der "letzten Sekunde vor einem tödlichen Autounfall" an. Ganz real ist auch der Tod zweier Kinder, die bei einem Hausbrand im August in Sachsen-Anhalt ums Leben kamen, weil laut Polizeiangaben mehr als 100 Schaulustige auf der Straße standen und die Rettungskräfte behinderten.

Eine Show für Gaffer

Eine Show für Gaffer bot auch der Unfall auf der A1 bei Hamburg, der jetzt den Schleswig-holsteinischen Innenminister auf den Plan rief. Dabei ging es um eine schwer verletzte Frau, deren Auto brannte. Nach Angaben der Feuerwehr hatten LKW-Fahrer mit einem Feuerlöscher an Bord am Straßenrand gestanden und lediglich zugeschaut, obwohl die Einsatzkräfte sie zur Hilfe aufgefordert hatten. Innenminister Klaus Schlie (CDU) ging daraufhin mit der Idee an die Öffentlichkeit, dass Gaffer sich auf Polizeistationen Fotos von Unfällen anschauen müssen. Quasi als Schocktherapie. "Vielleicht kapieren sie dann, dass es kein Film, sondern die hässliche brutale Wahrheit ist, bei der es häufig um das Leben von Menschen geht", erklärte der Minister.

Ein Vorschlag, der aus Sicht von Bastian Roet, Verkehrssoziologe des Automobilclub von Deutschland (AvD) wenig Erfolg verspricht. "Wenn bei Menschen die Fähigkeit, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden, und sich danach zu verhalten, nicht mehr ausreichend vorhanden ist, dann werden solche Maßnahmen die betreffenden Personen auch nicht schocken."

Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr

Ein Berliner Autobahnpolizist mit langjähriger Berufserfahrung sieht das ähnlich. Er nennt den Vorschlag des Ministers "einfach nur gaga". Er meint: "Gaffer, die mit eigenen Augen einen Unfall beobachtet haben, lassen sich doch nicht von ein paar Bildern abschrecken, die ihnen ein Beamter später auf der Dienststelle zeigt.

Allerdings lassen sich Gaffer offenbar auch nicht von den Strafandrohungen beeindrucken, die es bereits gibt. "Wer bei gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leiste, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten sei, könne mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft werden, sagte der frühere Berliner Justizsenator Rupert Scholz der "Bild"-Zeitung und verwies auf Paragraph 323c des Strafgesetzbuches.

Mutti zeigt den Tod

Allzu oft eine leere Drohung, wie es scheint. Ein Sprecher des Kieler Innenministerium erklärt: "Feuerwehr, Helfer und Polizei haben nach einem schweren Unfall genug zu tun. Um dann noch die Personalien von Schaulustigen aufzunehmen, dafür fehlt einfach das Personal."

Dass Gaffer allerdings häufig gar kein Unrechtsbewusstsein haben, zeigt ein Unfall, der sich Anfang November im hessischen Michelstadt ereignete. Nach Polizeiangaben mussten dort sogar Platzverweise ausgesprochen werden, um die Schaulustigen zurückzudrängen. "Mütter mit kleinen Kindern wollten diesen die Unfallfahrzeuge, die Rettungsfahrzeuge und den Rettungshubschrauber aus nächster Nähe zeigen", heißt es im Polizeibericht.

Wie also ist Gaffern beizukommen? Verkehrssoziologe Roet sieht sich einigermaßen ratlos. "Natürlich gilt es zunächst, alle Möglichkeiten staatlicher Gewalt auszuschöpfen. Doch ganz offensichtlich handelt es sich hier um ein gesellschaftliches Phänomen, dem mit juristischen Mitteln nicht so ohne Weiteres beizukommen ist." Roet plädiert deshalb dafür, über Präventionsmaßnahmen soziale Kompetenzen zu stärken.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.