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Scheidungen in Deutschland Frauen ziehen den Schlussstrich


Statistiker stellen fest: Wenn in Deutschland eine Ehe in die Brüche geht, sind es meistens die Frauen, die als erstes zum Scheidungsanwalt gehen. Bis es soweit ist, dauert es aber länger als vor 20 Jahren.

Es wird später geschieden in Deutschland, und wenn, dann ist es meistens die Frau, die den Antrag einreicht: Auf diese Formel lässt sich in etwa zusammenfassen, was das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden zum Thema Scheidungen aktuell ermittelt hat.

In mehr als jedem zweiten Fall (52,9 Prozent) ging demnach die Entscheidung im vergangenen Jahr von der Frau aus, lediglich 38,9 Prozent der Anträge reichte der Mann ein. In den übrigen Fällen beantragten beide Partner das Ehe-Aus gemeinsam.

Scheidungshoch erst nach 14 Jahren Ehe

Ehen halten inzwischen deutlich länger als 10 Jahre, bevor sie endgültig in die Brüche gehen: Nach der Statistik für das Jahr 2010 wurden Paare im Durchschnitt nach 14 Jahren und 2 Monaten vom Scheidungsrichter getrennt - das ist zwar etwas kürzer als 2009, aber erheblich länger als im Jahr 1992. Damals kam die offizielle Trennung bereits durchschnittlich nach 11 Jahren und 6 Monaten. "2010 setzte sich somit der Trend der vergangenen Jahre zu einer längeren Ehedauer bis zur Scheidung weiter fort", teilte das Bundesamt mit.

1992 - im Hochjahr der Scheidungen - wurde noch jede siebte Ehe geschieden. Im Jahr 2010 waren es mit rund 187.000 nur noch elf von 1.000 bestehenden Ehen. Von den 2010 geschiedenen Paaren hatten knapp die Hälfte Kinder unter 18 Jahren.

fw/DPA DPA

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