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Schleswig-Holstein: Nach Beißattacke: Peta fordert die Einführung eines "Hundeführerscheins"

Nachdem in Schleswig-Holstein eine Frau von einem Hund verletzt wurde, fordert die Tierrechtsorganisation Peta nun eine "Hundeführerscheinpflicht". Die meisten Deutschen finden den Vorschlag gut.

Schleswig-Holstein: Peta fordert Einführung eines "Hundeführerschein"

Soll ein "Hundeführerschein" künftig für jeden Besitzer Pflicht sein? Dafür spricht sich nun die Tierrechtorganisation Peta in Schleswig-Holstein aus (Symboldbild)

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Egal ob ein Chihuahua oder ein Dobermann: Jeder Hund kann beißen. Stets ist die Empörung groß, wenn ein Hund einen Menschen verletzt. Wie am vergangenen Dienstag in Leck, einer Gemeinde in Nordfriesland, als eine Frau von einem Vierbeiner in den Oberarm gebissen wurde. Einem Bericht der "SHZ" zufolge sei die Frau mit ihrem Kind unterwegs gewesen und dabei von dem Tier angegriffen worden.

Aufgrund dieses Vorfalls fordert die Tierrechtsorganisation Peta nun eine "Hundeführerscheinpflicht" in Schleswig-Holstein. "Viele Halter können ihre Vierbeiner nicht richtig einschätzen", sagt Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta, in einer Pressemitteilung der Organisation.

Die wahre Ursache für Beißattacken sei bei ihnen zu suchen – nicht beim Tier. "Dass der Hund die Frau ungehindert angreifen und verletzen konnte, war fahrlässig und verantwortungslos", so Hoger. Laut der Fachreferentin könne jeder Hund, der falsch gehalten oder behandelt werde, zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden – völlig unabhängig von der Rasse.

Die meisten Deutschen befürworten einen "Hundeführerschein"

Die Konsequenz daraus soll nun die Einführung des sogenannten "Hundeführerscheins" sein. Dieser enthält in der Wunschvorstellung der Tierrechtsorganisation einen Theorie- und Praxisteil für künftige Halter. Dabei sollen die Besitzer Bedürfnisse des Hundes, die richtige Haltung und Kommunikation mit dem Tier beigebracht werden.

Bislang ist ein solcher Führerschein in keinem Bundesland verpflichtend. In Niedersachsen müssen Hundebesitzer seit 2013 einen Sachkundenachweis erbringen. Das gleiche gilt in Berlin für Hunde, die nach dem 1. Januar 2017 aufgenommen wurden. Dabei würden zwei von drei Deutschen einen "Hundeführerschein" befürworten – das hat eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "Yougov" ergeben. Demnach würden sogar 75 Prozent es befürworten, wenn alle Hunde außerhalb von Parks an die Leine genommen werden müssen.

Quellen: SHZ / Peta / Yougov

rpw