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Tod eines Flüchtlings: Angebliche Suizid-Aufrufe in Schmölln: Bürgermeister meldet sich zu Wort

Ein Flüchtling stürzt sich vom Fenster seiner Unterkunft in Schmölln in den Tod - und Schaulustige sollen ihn noch angefeuert haben. Der Bürgermeister der thüringischen Kleinstadt ist fassungslos. 

Tragödie in Schmölln: Ein junger Flüchtling sprang in den Tod (Symbolbild)

Tragödie in Schmölln: Ein junger Flüchtling sprang in den Tod (Symbolbild)

Was sich vergangenen Freitag im thüringischen Schmölln abgespielt haben soll, klingt fast zu ungeheuerlich, um wahr zu sein: Ein Flüchtling, der nach unterschiedlichen Angaben entweder 15 oder 17 Jahre alt sein soll, stürzte sich aus dem Fenster einer Unterkunft in den Tod - und Schaulustige sollen ihn noch ermuntert haben. Eine Frau will kurz vor dem Sprung des Somaliers Rufe wie "Spring doch" gehört haben - ob diese Worte tatsächlich gefallen sind, prüft die Polizei nun. Der Vorfall macht fassungslos, auch den Bürgermeister der Kleinstadt, der sich auf Facebook zu Wort meldete. 

"Was sich in Schmölln ereignet hat, macht uns betroffen, traurig und fassungslos", schreibt der SPD-Politiker. [...] Leider erreichten mich heute auch Bildaufnahmen, die den Jungen auf dem Fensterbrett sitzend zeigten, versehen mit unbegreiflichen Kommentaren. Ebenso sollen am Ereignisort Äußerungen wie "Spring doch" gefallen sein. [...] Wenn dies der Fall gewesen sein sollte, ist das nicht tolerierbar. Es ist verachtenswert, ja unmenschlich. Ob Geflüchtete oder hier Lebende: Wir alle sind Menschen."

Passanten in Schmölln filmten Suizid mit Handy

Den Angaben der Polizei zufolge war der Jugendliche zuvor wegen psychischer Probleme in Behandlung. Kurz vor der Tat habe er in der Unterkunft randaliert, weshalb die Polizei gerufen wurde. Die Beamten konnten ihn aber nicht mehr vom Sprung aus dem fünften Stock abhalten.

Polizei und Feuerwehr bestätigten, dass sich Schaulustige vor der Unterkunft aufgehalten hätten. Nach Angaben der Polizei vom Samstagabend filmte ein Passant die Szenen mit einem Handy. Er sei noch vor Ort aufgefordert worden, das Video zu löschen, was er vor den Augen der Beamten auch getan habe.


Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

kis mit DPA