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Schuld und Vergebung: Margot Käßmanns Comeback in Hannover

Bis auf die Treppenstufen vor dem Altar drängen sich die Gläubigen bei Margot Käßmanns erster Predigt in Hannover drei Monate nach ihrer verhängnisvollen Alkoholfahrt.

Bis auf die Treppenstufen vor dem Altar drängen sich die Gläubigen bei Margot Käßmanns erster Predigt in Hannover drei Monate nach ihrer verhängnisvollen Alkoholfahrt. Die beliebte Theologin predigt am Sonntag über Schuld und Vergebung und die Möglichkeit eines Neuanfangs - dabei spricht sie auch ihr persönliches Schicksal an und erntet Applaus in der mit 1500 Besuchern überfüllten Marktkirche. Einen Neuanfang Käßmanns wünschen sich etliche Kirchenmitarbeiter, die mit Handzetteln für ihre Rückkehr als Bischöfin werben. Dieser ist zwar theoretisch möglich - allerdings höchst unwahrscheinlich, so routiniert Käßmann auch in ihrer langjährigen Heimatkirche den Gottesdienst leitet.

"Gottes Wege bleiben unbegreiflich", sagt Käßmann in ihrer Predigt. "Ich habe da inzwischen so einige Erfahrungen gemacht in den letzten Monaten, da verstehst Du einfach nicht, wie so etwas passieren kann." Käßmann war am 24. Februar von ihren Spitzenämtern in der Landeskirche Hannover und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zurückgetreten, weil sie nach dem Überfahren einer roten Ampel mit 1,54 Promille am Steuer ihres Dienstwagens gestoppt worden war. "Schuld kann vergeben werden, (...) es kann einen Neuanfang geben", sagte die 51-Jährige. Oft könne man sich eigene Fehler und Verfehlungen am wenigsten vergeben, aber "wenn Gott vergibt, wie könnten wir dann nicht vergeben", sagt die ambitionierte Theologin - möglicherweise auch mit Blick auf die eigene Position.

Käßmanns weiterer Weg ist noch ungewiss, auch wenn Kirchenvertreter sie gerne wieder in verantwortlicher Position sehen und die Massen sie auf dem Ökumenischen Kirchentag vor etwa zwei Wochen in München fast wie einen Star feierten. Von August bis Dezember geht Käßmann zunächst für einen viermonatigen Studienaufenthalt in die USA an die Emory-University in Atlanta. Nach ihrem Rücktritt als Bischöfin von Hannover und EKD-Ratsvorsitzende ist Käßmann einfache Pastorin, zunächst ohne eine Gemeinde oder einen speziellen Auftrag. Die hannoversche Landeskirche erwartet sie Anfang 2011 als Pastorin in einer noch nicht bekannten Funktion zurück.

Zunächst wird Käßmann von der Synode der Landeskirche in dieser Woche als Bischöfin verabschiedet - mehr als zehn Jahre hatte sie an der Spitze von Deutschlands größter evangelischer Landeskirche gestanden. Unterdessen hat die Kandidatensuche für ihre Nachfolge begonnen. Der Kirchensenat wird ein bis drei Kandidaten für das Amt vorschlagen, die Wahl ist dann auf der Herbstsynode Ende November geplant. Die Mitarbeitervertretung hat den Kirchensenat zwar aufgefordert, auch die zurückgetretene Theologin für eine zweite Amtszeit vorzuschlagen. Käßmann selber hat sich dazu aber nicht geäußert.

Im vergangenen Herbst noch war mit Käßmann erstmals eine Frau zur Spitzenrepräsentantin der rund 25 Millionen Protestanten in Deutschland gewählt worden. Ihre Nachfolge trat vorübergehend der rheinische Präses Nikolaus Schneider bis zur Neuwahl im Herbst an. Dabei gilt er als aussichtsreichster Kandidat.

Michael Evers, DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.