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Schuldenkrise: Jeder Zweite will die D-Mark wiederhaben

Die Euro-Krise schürt die Skepsis der Bundesbürger gegenüber der Gemeinschaftswährung. Laut einer Umfrage wollen 50 Prozent die alte Währung wiederhaben. Das sind vor allem Liberale.

Angesichts der Schuldenkrise sehen die Bundesbürger den Euro zunehmend skeptisch. In einer Emnid-Umfrage für das Nachrichtenmagazin "Focus" sagten 50 Prozent der Befragten, sie wollten die Gemeinschaftswährung wieder gegen die D-Mark tauschen. 48 Prozent bekannten sich als Euro-Anhänger. Vor einem knappen Jahr war das Verhältnis noch anders herum. Damals wollten in der Umfrage 50 Prozent den Euro behalten, 47 Prozent wünschten sich die alte Währung zurück.

Die größten Kritiker der Gemeinschaftswährung sind laut "Focus" die Anhänger der FDP. 70 Prozent der liberalen Wähler wünschen sich die D-Mark zurück. Unter den Anhängern der SPD sind es 53 Prozent und bei den Linken 52 Prozent. Mehrheitlich für den Euro sind Unionsanhänger (55 Prozent) und Wähler der Grünen (61 Prozent).

Die Mitgliedschaft Deutschlands in der Europäischen Union sehen 40 Prozent der Bundesbürger skeptisch. 46 Prozent der Befragten sagten, ihnen persönlich habe die EU-Mitgliedschaft Vorteile gebracht, 40 Prozent gaben an, sie hätten Nachteile gehabt.

Das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid befragte für den "Focus" am 26. September 1004 repräsentativ ausgewählte Personen.

hw/DPA / DPA
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?