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Schwangere in Texas: Hirntote soll in fünf Monaten ihr Kind gebären

Obwohl sie für hirntot erklärt wurde, wird eine 33-Jährige gegen den Willen ihrer Familie am Leben erhalten. Das Krankenhaus beruft sich auf texanisches Recht - weil die Frau schwanger ist.

Kurz vor Thanksgiving brach Marlise Munoz mit einer Lungenembolie zusammen. Ihr Mann Erick fand die Texanerin in der Küche ihes Hauses und brachte sie ins Krankenhaus. Dort wurde die Mutter eines 15 Monate alten Sohnes für hirntot erklärt. Für ihre Familie ist die 33-Jährige an diesem Tag gestorben. Laut der Eltern hatte Marlise nicht gewollt, dass man sie künstlich am Leben hält. Die Familie wollte sie gehen lassen - doch das Krankenhaus ließ das nicht zu. Denn Marlise ist schwanger.

Ihr Fall berührt gleich mehrere Fragen, die in den USA regelmäßig heiß diskutiert werden, vor allem die Themen Abtreibung und Sterbehilfe. Texas gehört zu den zwölf US-Bundesstaaten, in denen unter allen Umständen verlangt wird, dass schwangere Frauen am Leben erhalten werden. Nach Angaben ihres Mannes ist nicht klar, wie lange der ungeborene Fötus bei ihrem Zusammenbruch im November nicht mit Sauerstoff versorgt wurde. Und welche Schäden er davongetragen haben könnte.

Nur noch ein "Brutkasten"

Die Debatte über das Schicksal von Marlise, die im John-Peter-Smith-Hospital in Fort Worth liegt, erhitzt die Gemüter in den USA. In den "Dallas Morning News" hieß es, Munoz' Körper werde als "Brutkasten" missbraucht. Sie war zum Zeitpunkt ihres Zusammenbruchs in der 14. Woche ihrer Schwangerschaft. Noch bis ungefähr Mitte Mai müssten die Maschinen sie somit weiter am Leben erhalten. Die Vereinigung Pro Choice America, die sich für ein Recht auf Abtreibung einsetzt, verlangte von den Justizbehörden, dass sie den Wünschen der Patientin und ihrer Angehörigen Folge leisten.

Munoz' Mutter Lynne Machado sagte, es gehe nicht um ideologische Entscheidungen für oder gegen das Leben, sondern darum, ob "die Wünsche unserer Tochter von Texas respektiert werden". Das Krankenhaus erklärte, es werde sich an die bestehenden Bestimmungen halten, nach denen "Schwangeren keine lebensunterstützenden Maßnahmen vorenthalten oder entzogen werden" dürften.

vim/AFP / AFP
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