Schwarzenegger-Posse Graz löscht Stadionnamen aus


Damit auf den Buchstaben niemand "herumsteigt, gar Fotos macht", hat die Stadt Graz heimlich den Namen "Arnold Schwarzenegger" vom Stadion entfernt - zur Freude der dortigen Fußballclubs.

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion haben die Stadtväter von Graz den Namen "Arnold Schwarzenegger" vom örtlichen Fußballstadion entfernt. Die Demontage der Buchstaben in der Nacht zum Montag setzte einen vorläufigen Schlusspunkt unter eine Auseinandersetzung, die nicht nur vom konservativen Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl als "Provinzposse" bezeichnet wurde. Das Stadion heißt vorläufig nach dem entsprechenden Grazer Ortsteil "Graz-Liebenau-Stadion".

Der Ex-"Terminator" und kalifornische Gouverneur Schwarzenegger, in Thal bei Graz geboren und aufgewachsen, hatte in der vergangenen Woche über seinen Anwalt verfügt, seinen Namenszug bis zum Jahresende von dem Stadion zu entfernen.

Allerdings hatte sich zuvor bereits das Parlament der Stadt für diesen Schritt ausgesprochen, um damit gegen Schwarzeneggers Entscheidung zu protestieren, den zum Tode verurteilten Bandengründer Stanley "Tookie" Williams nicht zu begnadigen. Williams war am 13. Dezember in Kalifornien mit einer Giftspritze hingerichtet worden.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur APA wählten die Stadtväter bewusst die Nacht zum zweiten Weihnachtsfeiertag für die Schwarzenegger-Demontage, um kein öffentliches Aufsehen zu erregen. Man wolle vermeiden, "dass der Name Schwarzenegger am Boden herumliegt, vielleicht noch jemand darauf herumsteigt und davon auch noch Fotos gemacht" würden, sagte ein Rathaus-Angestellter zur Begründung.

Die Fußballvereine von Graz verfolgen den Streit nicht ohne Genugtuung. Sie hoffen jetzt auf einen finanzkräftigen Sponsor für das wieder namenlose Stadion.

DPA DPA

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