Schweige-Vorwürfe Zollitsch verteidigt Verhalten des Papstes


Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat Papst Benedikt XVI. gegen Vorwürfe in Schutz genommen, er schweige zum Missbrauchsskandal in Deutschland.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat Papst Benedikt XVI. gegen Vorwürfe in Schutz genommen, er schweige zum Missbrauchsskandal in Deutschland. "Ich weiß aus meinem Gespräch mit dem Papst, wie sehr ihn der Kindesmissbrauch durch Priester erschüttert, gerade auch in Deutschland", schrieb der Freiburger Erzbischof in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Die Welt" vom Donnerstag. Allerdings habe sich Papst Benedikt bereits "unmissverständlich" zu dem sexuellen Missbrauch durch katholische Geistliche geäußert. "Das schon Gesagte bewahrt sein Gewicht, wenn es nicht ständig wiederholt wird", schrieb Zollitsch.

Schnell seien Forderungen in den Raum geworfen, der Papst müsse zum deutschen Problem Stellung beziehen, weil er Deutscher sei. Das sei ebenso kurzsichtig wie oberflächlich, kritisierte Zollitsch in der in Berlin erscheinenden "Welt". "Bei der Mär vom schweigenden Papst wird übersehen, dass es nicht den Papst für Deutschland und nicht den Papst für Spanien gibt. Es gibt nur den einen Papst für die weltweite Kirche. Folglich muss Benedikt XVI. klug abwägen, wann er wo und zu wem was in welcher Form sagt."

Zollitsch hatte den Papst am vergangenen Freitag über die Missbrauchsfälle an katholischen Einrichtungen in Deutschland informiert. Während der Vatikan keine Stellungnahme abgab, trat Zollitsch anschließend vor die Presse und erklärte, der Papst habe den Bericht "mit großer Betroffenheit und tiefer Erschütterung" zur Kenntnis genommen. Seit Ende Januar sind weit mehr als hundert Missbrauchsfälle in den meisten der 27 deutschen Bistümer ans Licht gekommen. Auch in anderen Ländern wie Irland, den Niederlanden oder Österreich erschüttern Missbrauchsskandale die katholische Kirche.

AFP AFP

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