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Schweinegrippe: Ulla Schmidt rät zur kostenlosen Impfung

Zum Auftakt der Massenimpfung gegen die Schweinegrippe hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt die Bevölkerung aufgerufen, das kostenfreie Angebot zur Immunisierung wahrzunehmen.

Zum Auftakt der Massenimpfung gegen die Schweinegrippe hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt die Bevölkerung aufgerufen, das kostenfreie Angebot zur Immunisierung wahrzunehmen.

Die Impfung sei auch bei einem milden Verlauf der Krankheit notwendig, um eine Grundimmunität aufzubauen, sagte Schmidt am Montag zu Reuters in Berlin. Auf der Basis des H1N1-Impfstoffs werde letztlich in Zukunft auch der Impfstoff gegen die saisonale Grippe aufbauen. Schmidt betonte zugleich: "Wer sich impft, der schützt auch andere." Die SPD-Politikerin will sich nach eigenen Angaben in den nächsten Tagen ebenfalls impfen lassen.

Seit Montag stehen in den Bundesländern erste Impfdosen bereit. Zunächst sollen vorwiegend Risikopersonen immunisiert werden. Hierzu zählen Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Asthma und Diabetes sowie Angehörige von Gesundheits- und Sicherheitsberufen wie Ärzte, Krankenschwester, Polizisten und Feuerwehrleute. In einigen Bundesländern sind aber bereits ab sofort alle Bevölkerungsgruppen zur Impfung zugelassen. Bundesweit soll dies erst ab Ende November der Fall sein.

Insgesamt haben die Länder 50 Millionen Impfdosen beim Hersteller GlaxoSmithKline geordert. Diese werden Schritt für Schritt bis ins neue Jahr hinein ausgeliefert. Unterschiedlich wird in den Bundesländern gehandhabt, ob die Impfung nur bei den Gesundheitsämtern durchgeführt wird oder in Kürze auch bei den Hausärzten möglich ist. Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann wies Bedenken gegen den mit einem umstrittenen Wirkverstärker versehenen Impfstoff zurück. Dieser sei in Deutschland und ganz Europa zugelassen worden und habe umfangreiche Tests bestanden, sagte der CDU-Politiker im WDR. Eine Impfung sei notwendig, da man es mit einer Pandemie zu tun habe. Auf Kritik war gestoßen, dass für Regierungsmitglieder und Soldaten ein anderer Impfstoff ohne den Verstärker bestellt worden ist.

Noch ist unklar, ob eine Spritze als Schutz ausreicht oder eine zweite Impfung notwendig ist. Eine endgültige Entscheidung will die europäische Gesundheitsbehörde EMEA Mitte November anhand neuer wissenschaftlicher Studien fällen. In den USA hatte Präsident Barack Obama am Wochenende wegen der neuen Grippe den nationalen Notstand ausgerufen. Dort sind bislang mehr als 1000 Menschen an dem H1N1-Virus gestorben. In Deutschland stehen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bislang drei Todesfälle im Zusammenhang mit der Schweinegrippe. Rund 45.000 Erkrankungsfälle wurden hierzulande gezählt, die in der Regel aber eher mild verliefen. Offizielle Informationen zur Impfung in den Bundesländern gibt es unter: www.neuegrippe.bund.de

Reuters / Reuters