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Prozess in der Schweiz: Rentnerin verzockt 630.000 Franken beim illegalen Pokern

Über Jahre hinweg hat sich eine 75-jährige Schweizerin das Geld ihres Arbeitgebers in die Taschen gesteckt - um es in Hinterzimmern von Restaurants bei illegalen Poker-Runden zu verspielen. Vor Gericht hatte die Frau Glück, die Strafe fiel milde aus.

Eine 75-Jährige verzockte das Geld ihres Arbeitgebers beim Pokern

Eine 75-Jährige steht in der Schweiz vor Gericht: Sie verzockte das Geld ihres Arbeitgebers beim Pokern

Sie hatte keine Lust, ihren Lebensabend in Ruhe zu genießen - stattdessen verbrachte eine 75-Jährige Rentnerin aus der Schweiz ihre Zeit lieber in dubiosen Poker-Clubs. Nun steht die Frau vor Gericht: Denn das Geld, das sie in Hinterzimmern von Restaurants verzockte, war nicht ihres, wie die "NZZ" berichtet. Es gehörte einer Firma, bei der die Frau auch nach ihrer Pensionierung als Buchhalterin aushalf. Zehn Jahre lang überwies sie regelmäßig Beträge von dem Betrieb auf ihr Konto - und setzte es bei Kartenspielen ein, die sie meistens verlor.

Der Zeitung zufolge entwendete die Frau insgesamt 630.000 Schweizer Franken (etwa 583.310 Euro) aus der Kasse ihres Arbeitgebers. Vier bis fünf Mal im Monat ließ sie sich dann nach eigenen Angaben per SMS an geheime Orte lotsen, an denen die Spielrunden stattfanden. Den legalen Weg ins Kasino sei sie nicht gegangen, da sie ihre Sucht vor ihrem Mann habe verbergen wollen, sagte die Frau der "NZZ" zufolge vor Gericht. Zudem habe sie ihren Hund nicht mit ins Kasino nehmen können.

Mit der Zeit habe sie zunehmend in den Spielen verloren, sagte die Frau. Sie habe nicht die Fähigkeiten gehabt wie die männlichen Spieler.

Mildes Strafmaß für die Angeklagte

Im Jahr 2013 flog die Rentnerin auf. Die Vorwürfe räumte sie in dem Prozess ein, beschrieb ihr Verhalten als "Katastrophe". Sie habe damals immer weiter gespielt, um das Geld wieder zurückzuholen, beteuerte die Frau dem Bericht zufolge. Inzwischen habe sie gar keine Lust mehr zum Spielen.

Das Strafmaß fiel milde aus. Die Spielsucht der Frau, ihr Geständnis und das Alter kamen ihr zugute. Demnach lautete das Urteil auf 24 Monate Freiheitsstrafe - allerdings bedingt, was heißt, dass die Strafe nach Ablauf einer Probezeit nicht mehr tatsächlich verbüßt werden muss. Außerdem soll die 75-Jährige wegen Veruntreuung 1000 Franken (etwa 927 Euro) bezahlen.

kis
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