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Sechsstellige Summe Dubioser Geldtransfer: Aachener Weihbischof Büdgens wegen Untreue angeklagt

Aachener Weihbischof Untreue
Die Staatsanwaltschaft Köln klagt Aachens Weihbischof Johannes Büdgens wegen Untreue an.
© Ralf Roeger/ / Picture Alliance
Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen Aachens Weihbischof. Johannes Büdgens soll mittels einer Vollmacht einen sechsstelligen Geldbetrag auf sein Privatkonto überwiesen haben. Das Geld hat der Geistliche bereits ausgegeben. Gegen die Vorwürfe wehrt er sich dennoch.

Gegen den Aachener Weihbischof Johannes Büdgens wird wegen möglicher Untreue ermittelt. Der 63-Jährige soll die Vollmacht einer Frau missbraucht und 127.000 Euro für nicht vereinbarte Zwecke auf sein Konto überwiesen haben. Die Staatsanwaltschaft Köln hat gegen den Weihbischof Anklage erhoben. Das teilte der Direktor des zuständigen Amtsgerichts Kerpen, Joachim Rau, am Donnerstag mit.

Mit diesem Geld, das in drei Teilbeträgen geflossen sein soll, kaufte er der Anklage zufolge in Aachen ein Haus. Das Bistum Aachen teilte mit, Bischof Helmut Dieser sei schockiert über den Vorwurf und dränge auf vollständige Aufklärung. Bündgens habe erklärt, dass er alle seine Ämter mit sofortiger Wirkung ruhen lasse. Er sei bereit, zur "lückenlosen Aufklärung" beizutragen. Der 63-Jährige ist unter anderem Vorsitzender des Caritas-Verbandes im Bistum und Kolumbien-Beauftragter.

Weihbischof soll Rückzahlungen vereinbart haben

Als sich der gesundheitliche Zustand der Frau verschlechterte, fielen dem dann eingesetzten Betreuer der Anklage zufolge die Geldtransfers auf. Nachdem der Betreuer auf Rückzahlung gedrängt habe, sei mit dem Weihbischof eine Rückzahlung in monatlichen Raten von 1000 Euro vereinbart worden. Der Betreuer habe die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. In einer schriftlichen Einlassung habe Bündgens erklärt, die 127.000 Euro seien inzwischen komplett zurückgezahlt worden. Hintergrund der Geldtransfers soll ein versprochenes Wohnrecht für die Frau in dem Haus gewesen sein.

Das war nach Gerichtsangaben im Grundbuch aber nicht vermerkt: Der Geistliche steht zwar als Eigentümer darin, aber das Wohnrecht wurde nicht festgehalten. Der Rechtsanwalt des Beschuldigten, Christof Püschel, war zunächst nicht zu erreichen. Bündgens hatte das Bistum erst kurz vor der Anklageerhebung über die Ermittlungen informiert, wie aus den Informationen des Bistums hervorgeht.

fk DPA

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