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Seit der Wiedervereinigung: Geburtenrate im Osten liegt erstmals über der im Westen

Erstmals seit der Wiedervereinigung hat die Geburtenrate in Ostdeutschland 2008 wieder über der im Westen gelegen. Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau stieg in den neuen Ländern von 1,37 im Jahr 2007 auf 1,40. Im Westen blieb sie praktisch unverändert bei 1,37. Bundesweit betrug die Geburtenrate 1,38, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte.

Erstmals seit der Wiedervereinigung hat die Geburtenrate in Ostdeutschland 2008 wieder über der im Westen gelegen. Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau stieg in den neuen Ländern von 1,37 im Jahr 2007 auf 1,40. Im Westen blieb sie praktisch unverändert bei 1,37. Bundesweit betrug die Geburtenrate 1,38, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte.

Damit die Bevölkerung eines Landes ohne Einwanderung etwa gleich bleibt, ist laut Bundesamt eine Geburtenrate von 2,1 erforderlich. Dieser Wert sei in Westdeutschland zuletzt 1969 erreicht worden, in der damaligen DDR 1971. Zu Beginn der 60er Jahre lag die Geburtenrate bei 2,5. In der DDR begann der Rückgang 1964, in Westdeutschland 1967.

Die DDR habe dieser Tendenz ab Mitte der 70er Jahre mit umfangreichen staatlichen Fördermaßnahmen entgegengewirkt, erklärte das Bundesamt. Dies führte zu einem kurzfristigen Anstieg auf 1,94 Kinder pro Frau im Jahr 1980. In Folge der wirtschaftlichen und sozialen Umbrüche im Zuge der Wiedervereinigung stürzte die Geburtenrate von 1,52 im Jahr 1990 auf 0,98 ein Jahr später und ging bis 1994 weiter auf 0,77 zurück.

Seitdem weist die Kurve wieder nach oben, lediglich 2005 gab es noch einmal einen kleinen Rückgang. Im alten Bundesgebiet lag der Wert 1990 bei 1,45, 1994 bei 1,35, im Jahr 2000 bei 1,41 und 2006 bei 1,34. 2008 gab es einen geringfügigen Rückgang von 1,375 auf 1,374.

Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau macht keine Aussage über die Gesamtzahl der Geburten. Denn die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter von 15 bis 49 Jahren in Deutschland sei rückläufig, erläuterten die Statistiker. 2008 wurden laut Bundesamt noch 682.514 Kinder geboren, etwas weniger als 2007. Für 2009 schätzen die Statistiker die Zahl auf 645.000 bis 660.000. Das wären so wenig wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg - im geburtenstärksten Jahr 1964 kamen 1,36 Millionen Kinder auf die Welt.

Den höchsten Anstieg der Geburtenrate gab es 2008 in Mecklenburg-Vorpommern, wo die durchschnittliche Kinderzahl je Frau von 1,36 auf 1,41 stieg. Den höchsten Wert wies Sachsen auf (1,44) gefolgt von Schleswig-Holstein und Niedersachsen mit jeweils 1,42. Am niedrigsten war die Geburtenrate in Hamburg und dem Saarland (je 1,25), in Bremen (1,29) und Berlin (1,3).

Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau wird laut Bundesamt zur Beschreibung des aktuellen Geburtenverhaltens herangezogen. Sie gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn ihr Geburtenverhalten so wäre wie das aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren im jeweils betrachteten Jahr. Wie viele Kinder ein Frauenjahrgang tatsächlich im Durchschnitt geboren habe, könne aber erst festgestellt werden, wenn die Frauen am Ende des gebärfähigen Alters seien, hieß es.

APN / APN