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Wegen Fünf in Mathe Viertklässler zeigt sich bei der Polizei an


Erst die Klassenarbeit in den Sand gesetzt, dann auch noch die Unterschrift des Vaters gefälscht: Zu viel für das Gewissen eines Zehnjährigen. Er stellt sich der Polizei - mit dem Einverständnis seines Vaters.

Für so manchen Spezialisten gehört die Fünf in Mathe zum monatlichen Ritual der Schulkarriere. Anderen geht die verkorkste Klassenarbeit wiederum deutlich näher: Ein Grundschüler in Bayern traute sich nicht, die Note seinen Eltern zu beichten - und fälschte kurzerhand die Unterschrift des Vaters. Auch hier gilt: Für einige Schüler mag auch die Fälschung der elterlichen Unterschrift in solchen Fällen nicht mehr als ein wiederkehrendes Ritual bedeuten.

Nicht für diesen Zehnjährigen: Der Junge sei auf der Wache in
Landshut erschienen und habe voller Reue von der Urkundenfälschung
berichtet, teilte die Polizei mit. Der letzte Mathetest
sei "voll in die Hose gegangen", so der Schüler, und die Eltern hätten den Test gegenzeichnen sollen.

Vater wusste über Selbstanzeige Bescheid

Kuriose Pointe: Die Polizistin rief beim Vater des Jungen an und erfuhr, dass der von der geplanten Selbstanzeige wusste und aus erzieherischen Gründen billigte. Nach einem eindringlichen Gespräch mit der Polizistin zog der Junge die Selbstanzeige zurück. 

Der Übergang von der Grundschule an weiterführende Schulen gilt in Bayern als besonders streng geregelt. Eine Studie hatte vor Kurzem ergeben, dass bei 16 Prozent der bayerischen Grundschüler die Stressbelastung deshalb derart hoch sei, dass im Grunde eine Gefährdung des Kindeswohls nicht mehr weit entfernt sei.

tim/DPA

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