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Sexismus-Debatte auf Twitter: #aufschrei

Die Sexismus-Debatte hat auf Twitter einen Wutsturm entfacht. Seit Donnerstagnacht schreiben Tausende Frauen über ihre ganz alltäglichen Erfahrungen.

Über Nacht haben Frauen und Mädchen Twitter als Sprachrohr für die eigene Wut entdeckt. Unter dem Hashtag #aufschrei berichten sie in Tausenden Tweets von den alltäglichen Erfahrungen mit Sexismus: vom Anstarren in der U-Bahn über verbale Angriffe bis zum Übergriff. Das reicht vom detaillierten "Die Männer, die mir als 13jähriger im Schwimmbad unter Wasser an die Brust und zwischen die Beine griffen" (Atari-Frosch@AtariFrosch), zum allgemeinen Dauerfrust "All die dummen Sprüche und ekligen Blicke, an die frau sich gar nicht mehr erinnert, weil sie die einfach immer verdrängt hat" (Helga 海文 @hanhaiwen) bis zur blanken Wut "Und jeder einzelne fucking 'das war doch nur n scherz'!!!" (Janne Worcek @Chwesta).

#aufschrei ist Ausdruck einer Debatte über Sexismus, die von zwei Magazinartikeln im "Spiegel" und im stern angestoßen wurde, in denen junge Journalistinnen vom Sexismus im Politikbetrieb berichteten, den sie am eigenen Leib erfahren haben.

Der Strom der Erinnerungen in 140 Zeichen macht deutlich, wie normal es in diesem Land ist, dass Frauen und Mädchen nicht respektiert und auch tätlich angegriffen werden. Wie ernst die Lage ist, machen diverse feindliche Reaktionen von Männern deutlich. Doch gibt es auch viele, die nicht nur Verständnis, sondern auch Empathie zeigen: "das traurigste an dieser ganzen #aufschrei-geschichte ist, dass es mich nicht ein bisschen überrascht", schreibt Hagen @ausnahmsweise.

"Ich heule gerade, aber hört bloß nicht auf!", schreibt Anne Wizorek @marthadear.

sal
Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?