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Sexismus-Verdacht: Pekinger Polizei gibt Fahrtipps für Frauen

Die Polizei von Peking sieht sich massiven Sexismus-Vorwürfen ausgesetzt. Der Grund sind einige schräge Fahrtipps speziell für Frauen. Erinnerungen an einen deutschen TV-Klassiker werden wach.

Immer schön Handbremse lösen, hohe Schuhe vermeiden, die Rush Hour am besten auch. Das entstammt nicht etwa einer Ausgabe vom "7. Sinn" aus den seligen 70ern, sondern dem Alltag der Pekinger Polizei von heute. Mit einer Serie von Fahrtipps für Frauen sind die Pekinger Verkehrswächter unter Sexismusverdacht geraten. Seit Tagen veröffentlichen die Beamten im Internet kurze Leitfäden ausschließlich für Autofahrerinnen. "Einigen Frauen fehlt der Orientierungssinn", klagen die Beamten in einem Beitrag. Deshalb sollten sich Frauen vor der Abfahrt ihre Strecke genau überlegen.

Keine High Heels, keine zu engen Hosen, der Rückspiegel als Schminkspiegel – da war doch was? Genau – die Älteren werden sich erinnern. An den TV-Klassiker "Der 7. Sinn". Von 1966 bis 2005 gab die fünfminütige ARD-Sendung mal mehr, mal weniger nachvollziehbare Verkehrstipps, vorgetragen vom sonoren Organ des Sprechers Egon Hoegen. Ein unvergessener Klassiker aus dem Jahre 1975 thematisierte eben diese "spezielle Ausgangssituation" weiblicher Autofahrer.

Dass der skurrile Beitrag im fernen Peking aktueller ist als gedacht, belegen weitere Tipps der Polizei dort. So legen sie etwa Frauen ans Herz, ihre Autotür nicht offen stehen lassen, wenn sie länger vom Wagen weggingen - sonst werde geklaut. Jetzt werfen etliche Nutzerinnen der Polizei Sexismus vor. "Männer sind doch auch nicht besser", schrieb eine Frau im Internet

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