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Sexueller Missbrauch: Staatsanwaltschaft zweifelt an Vorwürfen gegen Mixa

Der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs wog in der Reihe der Anschuldigen gegen Bischof Walter Mixa am schwersten und kostete ihn letztlich sein Amt. Für die Staatsanwaltschaft ist allerdings gar nicht sicher, ob sich der Verdacht erhärten lässt. Der Papst äußerte sich indes ungewohnt deutlich zum Skandal um pädophile Priester.

Der Missbrauchsvorwurf gegen den zurückgetretenen Augsburger Bischof Walter Mixa gerät in Zweifel. Der Ingolstädter Oberstaatsanwalt Helmut Walter sagte am Dienstag im Bayerischen Rundfunk, die Hinweise reichten nicht, um einen "konkreten Straftatbestand zu benennen". Wann über die Einstellung der Vorermittlungen oder die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens entschieden wird, ist noch offen.

Ein Internetportal hatte den Namen des vermeintlichen Missbrauchsopfers veröffentlicht. Aber der junge Mann hatte das im "Donaukurier" umgehend dementiert.

Papst Benedikt XVI. hatte Mixas Rücktrittsgesuch am Wochenende angenommen. Den Rücktritt hatte er auf Druck der Kirche angeboten, weil ihm vorgeworfen wurde, früher als Pfarrer ehemalige Heimkinder verprügelt und Geld der Waisenhausstiftung Schrobenhausen veruntreut zu haben. Kurz darauf hatte das Bistum Augsburg einen Hinweis, Mixa habe sich als Bischof von Eichstätt eines sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht, an die Staatsanwaltschaft weitergegeben.

Papst macht Kirche für Skandal verantwortlich

Unterdessen hat der Papst mit ungewöhnlicher Deutlichkeit die Kirche selbst für den Skandal um pädophile Priester verantwortlich gemacht. "Die größte Verfolgung der Kirche kommt nicht von äußeren Feinden. Sie wurde von den Sünden innerhalb der Kirche geboren", sagte er am Dienstag auf dem Flug zu einem Besuch in Portugal vor mitreisenden Journalisten.

Damit distanzierte sich der Papst von der anfänglichen Reaktion der Kirche auf den Missbrauchsskandal. Der Vatikan hatte zunächst Kräfte von außen - Medien, Homosexuellen-Aktivisten und Abtreibungsbefürworter - vorgeworfen, die Missbrauchsfälle zu instrumentalisieren, um einen Feldzug gegen Kirche und Papst zu führen.

Die Kirche habe schon immer unter inneren Problemen zu leiden gehabt, räumte der Papst ein. Was man aber heute sehe, sei "wirklich entsetzlich". Zugleich setzte sich Benedikt für eine tiefgreifende Säuberung und Buße innerhalb der Kirche ein, es müsse Verzeihen, aber auch Gerechtigkeit geben.

APN / APN