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Morde an Elias und Mohamed: Silvio S. zu lebenslanger Haft verurteilt - Mohameds Mutter beschimpft ihn

Im Prozess um das grausige Schicksal von Elias und Mohamed ist ein Urteil gefallen: Der Angeklagte Silvio S. muss lebenslang in Haft. Mohameds Mutter wollte während der Urteilsverkündung auf ihn zustürmen.

Silvio S. soll die kleinen Jungen Elias und Mohamed ermordet haben

Kindermörder Silvio S.: Er will in der Haft therapeutische Hilfe in Anspruch nehemen

Das Landgericht Potsdam hat den Angeklagten Silvio S. wegen zweifachen Mordes und sexuellen Missbrauchs der Jungen Elias und Mohamed zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. "Sie haben zwei Kinder entführt, ihrer Freiheit beraubt, sexuell missbraucht und nach unserer Erkenntnis vorsätzlich in der Absicht getötet, die vorausgegangenen Straftaten zu verdecken", sagte der Vorsitzende Richter Theodor Horstkötter am Dienstag zur Begründung. Horstkötter stellte dabei die besondere Schwere der Schuld fest.

Während der Urteilsverkündung kam es einem Zwischenfall. Die Mutter des vierjährigen Opfers Mohamed stand während der Schilderung der Todesumstände ihres Kindes plötzlich auf und begann, den Angeklagten zu beschimpfen. "Was hast Du mit meinem Kind gemacht?", schrie sie durch den Saal. Sie versuchte, auf den Angeklagten zuzustürmen. Mehrere Justizbeamte gingen sofort in Stellung. Begleiter hielten Mohameds Mutter fest und führten sie behutsam aus dem Saal. Auch Elias' Mutter war bei der Urteilsverkündung dabei. 


Staatsanwalt setzt sich durch

Das Gericht sprach Mohameds Mutter ein Schmerzensgeld in Höhe von 20.000 Euro zu. Zudem soll S. für Folgeschäden bei Mohameds Mutter und der älteren Schwester des Jungen aufkommen.
Staatsanwalt Peter Petersen hatte im Prozess eine lebenslängliche Haftstrafe, anschließende Sicherungsverwahrung und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Die Verteidiger Mathias Noll und Uwe Springborn beantragten dagegen lediglich eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen des Missbrauchs und der Tötung Mohameds.
Der 33-jährige S. hatte am 8. Juli 2015 den damals sechsjährigen Elias von einem Spielplatz im Potsdamer Wohnviertel Schlaatz entführt. Ein Gutachter kam zu dem Schluss, dass er den Jungen sexuell missbrauchte, erstickte und schließlich auf seinem Wochenendgrundstück vergrub.

Silvio S. entschuldigte sich

Rund drei Monate später entführte der Wachdienstangestellte den damals vierjährigen Mohamed vom Gelände des Berliner Landesamts für Gesundheit und Soziales. S. brachte ihn in sein Elternhaus im brandenburgischen Niedergörsdorf, wo er das Obergeschoss bewohnte. Dort verging sich S. an dem Jungen und erdrosselte ihn im Anschluss.

Vier Wochen nach Mohameds Verschwinden konnte S. durch Fahndungsbilder ausfindig gemacht werden. Er übergab den Ermittlern Mohameds Leichnam und führte sie schließlich zum Grab von Elias.
Vor Gericht entschuldigte sich S. am Ende des Prozesses vor einigen Tagen für seine Taten. "Ich bereue, was ich getan habe", sagte S. und kündigte an, in Haft therapeutische Hilfsangebote wahrzunehmen.


kis/tis / DPA / AFP
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?