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Spanien: Das Ende des Stierkampfs in Katalonien

Das Parlament von Katalonien hat die Abschaffung des Stierkampfes in dieser Region Spaniens beschlossen. 68 Abgeordnete votierten am Mittwoch in Barcelona für das Verbot, 55 Abgeordnete stimmten dagegen. Zudem gab es neun Enthaltungen.

Das Parlament von Katalonien hat die Abschaffung des Stierkampfes in dieser Region Spaniens beschlossen. 68 Abgeordnete votierten am Mittwoch in Barcelona für das Verbot, 55 Abgeordnete stimmten dagegen. Zudem gab es neun Enthaltungen. Katalonien ist damit die erste Region auf dem spanischen Festland, die den umstrittenen Brauch verbietet. Auf den Kanarischen Inseln wurden Stierkämpfe bereits 1991 für illegal erklärt.

Die Abgeordneten der beiden größten Parteien, die der gemäßigten Konvergenz und Union (CiU) der politischen Mitte und des regionalen Ablegers der sozialistischen Arbeiterpartei (PSC-PSOE) von Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero, mussten sich in ihrem Abstimmungsverhalten keiner Parteilinie unterordnen. Mit dieser Entscheidung werden Stierkämpfe aus der wohlhabenden Region im Nordosten Spaniens, in der zehn Prozent der insgesamt 46 Millionen Spanier leben, ab 2012 verschwinden.

Vor der Abstimmung sagte Rull, ein Votum für ein Verbot zeuge nicht von einer antispanischen Gesinnung, wie Stierkampfbefürworter gerne unterstellten, und verglich das Stierkampf-Verbot mit dem der englischen Fuchsjagd: "Wurde damit etwa englischen, britischen und schottischen Traditionen eine Absage erteilt? Wohl kaum." Tierschützer hoffen, dass auch andere spanische Regionen nachziehen werden.

Die Zahl der Stierkämpfe in ganz Spanien ist in den vergangenen Jahren auf rund 1.000 pro Saison gesunken. Grund dafür sind geringere Steuereinnahmen, die örtliche Regierungen dazu veranlassen, die Subventionen für Stierkämpfe in Kleinstädten zu kürzen. Stattdessen müssen die Stadträte Geld in Schulen, soziale Programme und Straßenausbesserungen investieren.

APN/DPA / DPA