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Hamburger spenden für Flüchtlinge: So erfolgreich lief die Aktion, die Til Schweiger unterstützte

Til Schweiger rief seine Fans dazu auf, eine Spendenaktion für Flüchtlinge zu unterstützen - und erntete böse Kommentare. Die Aktion war ein riesiger Erfolg: Tausende Hamburger strömten in die Innenstadt und spendeten.

"Meine Bitte an Hamburg: Alle mitmachen!" Diesen Facebook-Eintrag setzte Schauspieler Til Schweiger am Wochenende ab und meinte damit eine Spendenaktion für Flüchtlinge, initiiert vom Hamburger Abendblatt. Sein Aufruf, etwas Gutes zu tun, sorgte jedoch auch für ausländerfeindliche Kommentare, die wiederum Schweiger auf die Palme brachten. Doch der Ärger dürfte nun verflogen sein - angesichts des beispiellosen Erfolgs der Hilfsaktion.

Kinderwagen, Spielzeug, Koffer, Kleidung, Fahrräder, Fußbälle: Es gibt kaum etwas, dass die Hamburger am Montag nicht zum Redaktionsgebäude des Hamburger Abendblattes gebracht hätten. Die  Redaktion der Zeitung war selbst von solch einer Resonanz überwältigt. 

Mehr als 10.000 Menschen konnte das Abendblatt nach eigenen Angaben mobilisieren. Schüler, Rentner, Eltern mit kleinen Kindern - den ganzen Tag strömten die Hamburger in die Innenstadt und gaben Spenden ab. Darunter waren auch Dinge des täglichen Bedarfs wie Waschlappen, Deos und Shampoo.

40 Tonnen Hilfsgüter für Flüchtlinge in Hamburg

"Es ist ein gigantischer Moment", sagte Chefredakteur Lars Haider. "Weil sich zeigt, anderswo werden Flüchtlingsheime angezündet und hier helfen die Hamburger, wo sie nur können." Haider half selbst bei der Spendenaktion mit - genauso wie die restliche Belegschaft der Zeitung. Zwischenzeitlich sei die Arbeit in der Redaktion komplett eingestellt worden, sagte Haider.

 40 Tonnen Hilfsgüter kamen dem Abendblatt zufolge zusammen. Lastwagen fuhren die Spenden in die Flüchtlingsunterkünfte in die Stadtteile Wilhelmsburg, Altona, Harburg und Jenfeld, wo sie an die Flüchtlinge verteilt wurden. Die erste Fuhre startete bereits kurz nach Beginn der Aktion.

Hilfe auch von FC-St.-Pauli-Legende

Es spendeten auch die, die im Grunde genommen selbst Hilfe gebrauchen könnten, so wie eine betagte Frau aus Barmbek-Nord. Auf ihren Rollator gestützt gab sie eine schwarze Sporttasche ab. "Ich hab das im Abendblatt gelesen, dann habe ich ein paar Sachen gepackt und bin hierher gekommen."

 Und auch bekannte Gesichter beteiligten sich an der Aktion: Helmut Schulte, ehemaliger Manager des FC St. Pauli. Er brachte dem Abendblatt zufolge Fußbälle, Handtücher und weitere Sportsachen.

kis