HOME

Statistisches Bundesamt: Jeder siebte Deutsche lebt an der Armutsgrenze

Fast jeder siebte Bundesbürger (15 Prozent) ist von Armut bedroht. Ohne die Sozialleistungen des Staates läge die Quote sogar bei 24 Prozent. Besonders groß ist die Gefahr für Alleinerziehende, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit Verweis auf die Erhebung "Leben in Europa 2008" mitteilte.

Fast jeder siebte Bundesbürger (15 Prozent) ist von Armut bedroht. Ohne die Sozialleistungen des Staates läge die Quote sogar bei 24 Prozent. Besonders groß ist die Gefahr für Alleinerziehende, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit Verweis auf die Erhebung "Leben in Europa 2008" mitteilte.

In der Studie sind die Daten von 24.336 Personen ab 16 Jahren in Deutschland für das Jahr 2007 erfasst. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Zahlen damit weitgehend konstant geblieben.

Die Armutsgefährdungsgrenze (auch: Schwellenwert für Armutsgefährdung), ab der eine Person im Jahr 2007 als armutsgefährdet galt, lag bei einem Einkommen von weniger als 913 Euro monatlich (2006: 885 Euro monatlich). Für eine Familie, bestehend aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren, belief sich dieser Grenzwert 2007 auf 1.917 Euro monatlich (2006: 1.859 Euro monatlich).

Bei durchschnittlich 13 Prozent der Bevölkerung in Haushalten mit Kindern lag im Jahr 2007 Armutsgefährdung vor, darunter in Haushalten mit einem alleinerziehenden Elternteil bei mehr als jeder dritten Person (36 Prozent). Alleinerziehende gehörten damit zu den am stärksten armutsgefährdeten sozialen Gruppen in Deutschland, wie die Statistiker erklärten.

In Haushalten ohne Kinder waren 17 Prozent aller Personen armutsgefährdet. Besonders betroffen waren hier allein lebende Menschen: 30 Prozent der allein lebenden Frauen und 28 Prozent der allein lebenden Männer verfügten 2007 über ein Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze.

Zudem waren mehr Frauen (16 Prozent) als Männer (14 Prozent) armutsgefährdet, besonders bei jungen Menschen gab es größere Unterschiede: So waren 22 Prozent der jungen Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren im Jahr 2007 armutsgefährdet, bei den jungen Männern gleichen Alters 18 Prozent.

AP / AP
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?