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Statistisches Bundesamt: Zahl der erwerbstätigen, alleinerziehenden Frauen steigt

Immer mehr Kinder in Deutschland wachsen mit nur einem Elternteil auf. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Berlin mitteilte, lebten im vergangenen Jahr rund 19 Prozent der Kinder unter 18 Jahren in einem Haushalt mit Alleinerziehenden.

Immer mehr Kinder in Deutschland wachsen mit nur einem Elternteil auf. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Berlin mitteilte, lebten im vergangenen Jahr rund 19 Prozent der Kinder unter 18 Jahren in einem Haushalt mit Alleinerziehenden. Neun von zehn Alleinerziehenden sind Frauen, 60 Prozent der alleinerziehenden Mütter sind erwerbstätig.

"Alleinerziehende gehören heute zum normalen Bild unserer Gesellschaft", sagte der Präsident des Statistischen Bundesamts, Roderich Egeler. Er betonte, dass das Familienbild sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt habe. 1996 waren es noch 14 Prozent der Minderjährigen, die nur mit einem Elternteil lebten. Da die Gesamtzahl der Familien seither sank, ergibt sich eine Steigerungsrate des Anteils der Familien mit Alleinerziehenden um 20 Prozent.

Für die Studie des Statistischen Bundesamts zu Alleinerziehenden wurden Mütter und Väter gezählt, die ohne Ehe- oder Lebenspartner mit einem oder mehr minderjährigen Kindern zusammenleben. Wenn Männer alleinerziehend sind, so sind die Kinder im Durchschnitt älter als bei alleinerziehenden Müttern.

Unter den Bundesländern hatten 2009 die Stadtstaaten Berlin und Bremen den höchsten Anteil an Alleinerziehenden mit 32 beziehungsweise 29 Prozent, den geringsten Baden-Württemberg mit 15 Prozent. Die meisten Alleinerziehenden in Deutschland sind geschieden: rund 59 Prozent. 35 Prozent sind ledig, rund sechs Prozent verwitwet. In den ostdeutschen Bundesländern stellt sich das Bild etwas anders dar als im Westen: Dort sind rund 54 Prozent der Alleinerziehenden ledig, 42,5 Prozent geschieden und knapp vier Prozent verwitwet.

Die Situation bei der Erwerbstätigkeit betrachteten die Statistiker für Mütter und Väter getrennt. Die alleinerziehenden Mütter unterscheiden sich statistisch wenig von den Müttern in Paarfamilien: Rund 60 Prozent der Alleinerziehenden sind erwerbstätig, bei den Müttern in Paarbeziehungen sind es 58 Prozent. Bei den alleinerziehenden Vätern sind es 72 Prozent. Zugleich stellte das Bundesamt aber fest, dass der Anteil der in Vollzeit arbeitenden alleinerziehenden Frauen seit 1996 stark gesunken ist, nämlich von 61 auf 42 Prozent. Während die Mütter in Paarfamilien nur zu neun Prozent angaben, keinen Vollzeitjob gefunden zu haben, waren es bei den alleinerziehenden Frauen rund 20 Prozent.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) bekräftigte aus Anlass der Studie ihre Absicht, ab 2012 jedem dritten Kind unter drei Jahren einen Krippenplatz anzubieten. "Gerade Alleinerziehende brauchen eine ausreichende und qualitativ gute Kinderbetreuung mit flexiblen Betreuungszeiten", erklärte sie. Die Opposition warf der Regierung aber schwere Versäumnisse in der Familienpolitik vor.

SPD-Vizechefin Manuela Schwesig appellierte an die Bundesregierung, "sich endlich auf die Seite der Familien zu stellen und sich für einen flächendeckenden Mindestlohn, für einen bedarfsgerechten Ausbau qualitativ hochwertiger Kinderbetreuungsangebote sowie für differenzierte und bedarfsgerechte Kinderregelsätze einzusetzen". Auch die Grünen-Familienexpertin Katja Dörner forderte die Regierung auf, "bessere Rahmenbedingungen für Alleinerziehende" zu schaffen. "Ministerin Schröder lässt die Alleinerziehenden im Regen stehen", kritisierte sie. Der Familienexperte der Linken, Jörn Wunderlich, nannte die familienpolitische Bilanz der Regierung "verheerend".

AFP / AFP
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Kindesunterhalt für volljähriges Kind ohne Zielstrebigkeit
Mein Kind ist 19 Jahre alt und lebt im Haushalt der Mutter. Es hat im Juli 2017 seine Schule nach der 10. Klasse dann mit Hauptschulabschluss verlassen. Danach wollte es auf einer Berfsfachschule Einzelhandel seinen Realschulabschluss nachholen (2 Jahre). Es besuchte die Schule im ersten Halbjahr nicht wirklich regelmäßig und im zweiten Halbjahr dann so gut wie gar nicht mehr. (zum Ende hin, ist es gar nicht mehr zur Schule gegangen) Das notwendige zweite Jahr ging es dann gar nicht mehr an. Stattdessen hat es sich für ein freiwilliges Soziales Jahr beworben und geht hier mehr oder weniger regelmäßig hin. Nun möchte es das FSJ abbrechen und wieder seinen Realschulabschluss nachholen. Dies soll in Vollzeit an der Volkshochschule geschehen. Zwischendurch ist immer wieder die Rede von verschiedenen Ausbildungen. Ein wirkliches Konzept, oder Interesse ist aber auch hier nicht erkennbar. Mal kommt es mit dem Berufswunsch Tierarzthelfer/In, mal mit Immobilienkaufmann/-Frau, oder Ähnlichem. Informationen über freie Stellen, oder Inhalte des Berufs und der Ausbildung können nicht genannt werden. Bei laufenden Bewerbungen am Ball zu bleiben liegt ihm auch nicht wirklich. Hab die Bewerbung ja hingeschickt, damit soll es dann auch gut sein. Langsam drängt sich mir der Verdacht auf, es sucht sich den bequemsten Weg heraus und verlässt sich auf meine nicht unerheblichen Unterhaltszahlungen. Frei nach dem Motto: Was soll ich mich kümmern, Väterchen muss ja zahlen, solange ich Schule oder Ausbildung mache. Um meinem Kind Anreize zu geben, endlich Zielstrebigkeit zu entwickeln, habe ich schon über die Kürzung bzw. Einstellung des Unterhals nachgedacht. Wie verhält sich das rechtlich, bzw. was kann ich tun?