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Stephanie zu Guttenberg: Freifrau schlägt Porno-Alarm

Latex-Korsetts, durchsichtige Ganzkörperanzüge, Leder-Schaftstiefel: Stephanie zu Guttenberg prangert zuviel Sex in Musikvideos an. Diese würden ein gesundes Körpergefühl erschweren und könnten sexuellen Missbrauch fördern - das schreibt die Frau des Verteidigungsministers in ihrem neuen Buch.

Stephanie zu Guttenberg, 33, warnt davor, dass Kinder durch den "Porno-Chic" vieler Popstars ein verzerrtes Bild von Sexualität bekommen. "Teenager, die heute an einem ganz normalen Tag MTV schauen, sehen zum Beispiel: Die Sängerin Rihanna im durchsichtigen Ganzkörper-Spitzenanzug mit Leder-Schaftstiefeln und Leder-Handschuhen, Christina Aguilera in einem Latex-Korsett mit Nietenarmbändern, Britney Spears an einer Striptease-Stange in Slip und BH", schreibt die Frau von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in einem Buch, aus dem die "Bild"-Zeitung Auszüge druckte.

Ihrer Meinung nach gibt es einen Zusammenhang zwischen der Sexualisierung der Gesellschaft und sexueller Gewalt. Die suggestiven, stark sexuell aufgeladenen Bilder erschwerten eine gesunde Beziehung zum eigenen Körper und eine gute Wahrnehmung der eigenen Grenzen. Vor allem Selbstbewusstsein und ein Gefühl für eigene Grenzen könnten helfen, Missbrauchssituationen schneller als solche zu erkennen.

Kreditkarte durch die Pobacken gezogen

Als sie ein junges Mädchen gewesen sei, hätten Popdiven wie Whitney Houston noch enge Seidenroben und Nena weite T-Shirts und Röhrenjeans getragen. Die Grenzen zum Ordinären seien nur selten überschritten worden, schreibt Guttenberg. Heute inszenierten sich Künstlerinnen wie Rihanna oder Christina Aguilera in ihren Auftritten bisweilen wie Darstellerinnen in einschlägigen Videos.

Schon ein Klick auf MTV genüge, um eine Vielzahl von Videoclips sehen zu können, die Frauen vornehmlich in provokanten Posen zeigten. Der Rapper Nelly etwa ziehe in einem Musikvideo einer halb nackten Frau seine Kreditkarte durch die Pobacken. Stars wie Snoop Dogg produzierten Pornofilme und lieferten gleich den passenden Soundtrack mit.

Guttenberg ärgert sich auch über Rapper Bushido und Bernd Eichingers Filmbiografie "Zeiten ändern dich". "Als Mutter zweier Töchter frage ich mich immer wieder: Wie kann es sein, dass so offensichtlich frauenverachtende Männer wie Bushido mit Preisen geehrt und mit Biopics bedacht werden?"

Guttenberg engagiert sich gegen Kindesmissbrauch und ist Präsidentin der deutschen Sektion des Vereins "Innocence in Danger". Ihr Buch "Schaut nicht weg! Was wir gegen sexuellen Missbrauch tun müssen" stellt sie am Mittwoch in Berlin vor.

DPA/fo / DPA